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Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft

Das „Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Universität zu Köln“ ist eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der Humanwissenschaftlichen Fakultät und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln. Direktor des Instituts ist Univ.-Prof. Dr. Holger Pfaff, Inhaber der Professur für „Qualitätsentwicklung und Evaluation in der Rehabilitation“ an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Das IMVR besteht aus den Abteilungen Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft sowie der Geschäftsstelle des Zentrums für Versorgungsforschung Köln (ZVFK).

Die Arbeitsgruppen des IMVR verfügen über langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet der empirischen Sozialforschung (Befragungsmethoden, Studiendesigns, Auswertungsmethoden, Evaluationsmethoden). Das IMVR zeichnet sich daher durch eine hohe Expertise in der Planung, Organisation, Durchführung und Auswertung von Studien in Versorgungseinrichtungen (z.B. Krankenhaus oder Rehabilitationseinrichtung) sowie in der Befragung von Patienten, Mitarbeitern und Führungskräften aus.

Forschungsprogramme

Das Forschungsprogramm „Interaktion und Organisation in der Versorgung“ ist in der Abteilung Medizinsoziologie angesiedelt. Ziel des Forschungsprogramms ist es, Wissen zu den individuellen und organisationalen Voraussetzungen einer patientenzentrierten Versorgung zu generieren. Auf dieser Basis soll ein Beitrag zur Verbesserung der Versorgung geleistet werden, der es ermöglicht, das psychische, physische und soziale Wohlbefinden sowie die Gesundheitskompetenz der Betroffenen wiederherzustellen, aufrechtzuerhalten oder zu steigern.

Um diesen Beitrag zu leisten, wird der Einfluss der Mikro- und Mesoebene der Versorgung auf die Patientenzentrierung und das Wohlbefinden der PatientInnen untersucht. Auf der Mikroebene steht die Interaktion zwischen PatientInnen und Leistungserbringern im Fokus. Hier untersuchen wir Aspekte wie die ärztliche oder pflegerische psychosoziale Unterstützung und den Informationsaustausch zwischen PatientInnen und Leistungserbringern. Ferner betrachten wir auf der Mikroebene die Interaktion zwischen den Leistungserbringern in Versorgungseinrichtungen (z.B. Sozialkapital, Koordination, interne Schnittstellen). Auf der Mesoebene befassen wir uns zum einen mit der Kooperation zwischen Organisationen der Gesundheitsversorgung und zum anderen mit neuen Versorgungsformen (z.B. onkologische Zentren) oder Modellvorhaben (z.B. Integrierte Versorgung). 

Das Forschungsprogramm der Abteilung Versorgungsforschung lautet „Performance von Versorgungsorganisationen“. Im Blickpunkt steht die organisationale Ausgestaltung der Leistungserbringung im Gesundheitswesen. Untersucht werden Versorgungsstrukturen und -prozesse sowie die daraus resultierende Ergebnisqualität. Neben der berufsgruppenübergreifenden und krankheitsunspezifischen Analyse des organisationalen Verhaltens (z.B.: Qualitätsverhalten, Implementationsverhalten, Innovationsverhalten, Führungsverhalten) werden hierfür geeignete Untersuchungsinstrumente entwickelt und validiert.

Die Abteilung Rehabilitationswissenschaft widmet sich dem Forschungsprogramm „Arbeit, Gesundheit und Rehabilitation“. Das Forschungsprogramm befasst sich mit dem Einfluss arbeitsorganisatorischer, persönlicher und sozialer Faktoren auf die Gesundheit und nimmt dabei gleichermaßen präventive und rehabilitative Fragestellungen in den Blick. Bisherige Untersuchungen befassten sich beispielsweise mit persönlichen und organisationalen Ressourcen wie der Work-Life-Balance, dem Sozialkapital oder dem Work-Engagement. Ein Ziel des Forschungsprogramms ist es, gesundheitsfördernde Schutzfaktoren und Strategien zu erkennen, die die Erwerbsfähigkeit der Beschäftigten langfristig erhalten helfen oder wiederherstellen. Daneben werden im Rahmen von organisationsvergleichenden Analysen Unterschiede und Gemeinsamkeiten erfasst und Zusammenhänge mit gesundheitsrelevanten Outcomes aufgezeigt. Individuelle und organisationale Interventionen, die auf die Gesundheit, Erwerbsfähigkeit und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben der Beschäftigten zielen, werden mittels qualitativer und quantitativer Methoden evaluiert. Mitarbeiter der Abteilung unterstützen und beraten bei der Analyse bereits bestehender Daten.

Gründung des IMVR

Das IMVR wurde am 15. September 2009 gegründet. Basis ist die gemeinsame Kooperationsvereinbarung zwischen der Humanwissenschaftlichen Fakultät und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln.

Ziel des IMVR

Die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen und gleichzeitig effizienten gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung im Lebenslauf stellt eines der zentralen Zukunftsprobleme unserer Gesellschaft dar. Zur Lösung dieses Problems kann die Wissenschaft dann in besonderem Maße beitragen, wenn einschlägig relevante Fächer wie Medizin, Rehabilitationswissenschaft, Heilpädagogik, Psychologie und Soziologie ihre Kräfte bündeln und zielgerichtet zusammenarbeiten. Die Humanwissenschaftliche und die Medizinische Fakultät sind sich dieser besonderen Problemstellung bewusst und haben daher mit der Gründung des IMVR eine engere, problemorientierte Vernetzung ihrer Wissensdisziplinen angestrebt. Durch die Errichtung einer Brückenprofessur und des Brückeninstituts „Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR)“ sollte diesem Ziel konkret Ausdruck verliehen werden. Ziel der Kooperation ist die interdisziplinäre Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft.

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