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Abgeschlossene Forschungsprojekte vor 2018


Wissenschaftliche Projektleitung
Operative Projektleitung
  • Kira Hower
Kooperationspartner*innen
  • Information und Hilfe in Drogenfragen e.V. Wesel, Jörg Kons und Sandra Groß
Förderer
  • Auridis GmbH
Projektlaufzeit
  • 08/2015 – 12/2017
Projektbeschreibung

In Deutschland leben etwa 50.000 Kinder von drogenabhängigen Eltern. Immer wieder stehen sie durch Meldungen tragischer Todesfälle von Säuglingen und Kleinkindern im Fokus der Öffentlichkeit. Um die Kinder von Suchtkranken in den Blick nehmen zu können, ist eine Öffnung  und Ergänzung der derzeitigen Angebote der Sucht- und Drogenberatungsstellen nötig. Bisher gibt es in nur 10 % der Bundesländer Beratungsstellen, die spezielle Angebote für Kinder suchtkranker Eltern haben bzw. diese mit in die Hilfeplanung einbeziehen. Die Sucht- und Drogenhilfe ist demnach bisher nicht auf die Arbeit mit Kindern eingestellt.

Programm bietet einen unterstützenden Rahmen, der das Thema kontinuierlich im Gespräch hält und Raum schafft für Fortbildungen, Informationen und Umsetzungsprozesse. Die Prozessevaluation der Pilotierungsphase in den Jahren 2011 und 2012, in denen das Programm in 7 Standorten implementiert worden ist, ergab, dass der gegliederte Prozess des Fitkids-Programms praxisnah und realistisch ist (weitere Informationen finden Sie hier.

Im Jahr 2015 wird das Programm auf ca. 13 weitere Sucht- und Drogenberatungsstellen unter Berücksichtigung wichtiger Prinzipien der Organisationsentwicklung und des Change Managements übertragen. Das IMVR ist nun damit beauftragt, die Wirksamkeit sowie die Implementierung des Programmes in den neu rekrutierten Standorten zu evaluieren.

Die summative Evaluation sieht folgendes vor:

Quasi-Experiment mit Pre-Post-Design

In einer summativen Evaluation sollen sowohl die Implementierungs- als auch die Ergebnisqualität untersucht werden. Bezüglich der Implementierung interessieren folgende Aspekte:

  • Umsetzungsbarrieren und Förderfaktoren
  • Beachtung von Prinzipien guter Implementierung
  • Akzeptanz der Veränderung unter den Mitarbeitern
  • Entwicklung der Strukturen und Prozesse zur Kinderorientierung
  • Arbeitsbelastung und Betriebsklima

Hinsichtlich der Ergebnisqualität interessieren folgende Punkte:

  • Kinderorientierung
  • Netzwerkorientierung Zufriedenheit/Akzeptanz der Mitarbeiter und Eltern
  • Image der Beratungsstelle
  • Handlungssicherheit der Mitarbeiter

In einem Quasi-Experiment mit Vorher-Nachher-Design werden die Beratungsstellenleitungen und –mitarbeiter sowohl vor dem Start des Fitkids-Programms (t0) als auch ein Jahr nach Programmstart (t1) schriftlich mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Die Angaben der Leitungen und Mitarbeiter werden verknüpft und über die beiden Zeitpunkte hinweg verglichen.

Pilotstandorte als Referenzgruppe

In der zweiten Befragungswelle (t1) werden 16 weitere Beratungsstellen eingeschlossen. Diese sogenannten Pilotstandorte sind Beratungsstellen, welche an der Prozessevaluation der Pilotierungsphase beteiligt waren oder der Beginn der Implementierung des Fitkidsprogramms bereits ein Jahr oder länger zurückliegt. Ziel der Berücksichtigung der Pilotstandorte ist es, den längerfristigen Implementierungserfolg sowie Determinanten betrachten und die Ergebnisse mit denen der seit einem Jahr teilnehmenden Standorte vergleichen zu können. Die Ergebnisse liefern damit Hinweise auf den langfristigen Erfolg von Fitkids und geben Anhaltspunkte für die Dauer der Implementierung.

Information und Ergebnisse

Kennzahlenhandbuch:  EvaFit Kennzahlenhandbuch_EVA-TOM_2016

Factsheets: EvaFit Studie, Evafit I, Evafit II

Hower, K.I., Pförtner, T.-K., Pfaff, H., Lee, S.-Y.D., Ansmann, L. (2019). Child-orientated drug counselling in Germany: Evaluating the implementation of the program “Fitkids” and its association with readiness for change. Human Service Organizations: Management, Leadership & Governance. DOI: 10.1080/23303131.2019.1661929

Bothe, P., Pfaff, H., Hower, K., Kons, J., Groß, S., Ansmann, L.: Organisationsentwicklung in der Sozialen Arbeit. Evaluation eines Programmes zur Förderung der Kindergesundheit in der Drogenberatung. Zeitschrift für Evaluation 2016; 15(1): 122-132.

Hower, K., Ansmann, L., Pfaff, H.: Die Veränderungsbereitschaft als Determinante des Implementierungserfolgs: Ein Projekt zur Evaluation eines Organisationsentwicklungsprogramms in der Drogenberatung. German Medical Science 2016: DocFV32, DOI: 10.3205/16dkvf027.

Projektleitung
  • PD Dr. Mirjam Körner
  • Dr. Christoph Kowalski
ProjektmitarbeiterInnen
Kooperationspartner
  • Arbeitsgruppe Versorgungsforschung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
Projektlaufzeit
  • 06/2014 – 07/2017
Projektförderung
  • DFG gefördertes wissenschaftliches Netzwerk
Projektbeschreibung

In allen Bereichen der Gesundheitsversorgung ist das Ziel, eine effektive, effiziente, sicherere und humane Patientenversor­gung zu gewährleisten. Hieraus resultiert die Notwendigkeit die verschiedenen Ebenen der Gesundheitsversorgung (Individuen, Organisationseinheiten und die Organisation selbst) systematisch zu untersuchen. Dieses Forschungsfeld nennt sich „Organizational Behavior“ („Organisationales Verhalten“) und beschreibt die formalen Organisationen, das Verhalten von Personen innerhalb dieser Organisationen, die Entwicklung der Organisationen sowie deren Zweck, Kontext und Umwelt. Ziel der Mitglieder des Netzwerkes ist es, den Forschungsstand zum Organisationalen Verhalten in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung in Deutschland aufzubereiten und gemeinsam mit Theorien, Methoden und Ergebnissen zusammenzufassen. Die Netzwerkgruppe besteht insgesamt aus 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich aus verschiedenen Fachbereichen und Fakultäten verschiedener Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland (Medizinische Psychologie, Medizinische Soziologie, Ge­sundheitsmanagement, Psychologie, Betriebs- und Volkswirtschaft, Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung) rekrutieren. Es werden Beiträge aus den Forschungsgruppen dieser Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern deutschlandweit zu einer systematischen Übersicht (englischsprachiges Buch) integriert. Zudem wird ein Review zum Forschungsstand organisationalen Verhaltens in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung in Deutschland erstellt.

Erwartete Ergebnisse sind die Intensivierung der Organisationsforschung als einen Bereich der Versorgungsforschung im Gesundheitswesen und die Etablierung des Themengebiets „Organisationales Verhalten“ in medizinischen Einrichtungen für Deutschland. Durch die regelmäßigen Treffen erfolgen eine stärkere nationale Vernetzung, die Kooperation bei gemeinsamen Forschungsprojekte/-anträgen und die Entwicklung einer Forschergruppe. Diese nationale Stärkung ist die Voraussetzung um die Forschungsbemühungen in diesem Feld auch international sichtbar zu machen.

Antragssteller
  • Prof. Dr. Holger Pfaff
  • Prof. Edmund A. M. Neugebauer, Private Universität Witten/Herdecke gGmbH (Department für Humanmedizin)
  • Dr. Frank Vitinius, Uniklinik Köln (Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie)
  • Prof.Dr. Stefan Wilm , Universitätsklinikum Düsseldorf (Institut für Allgemeinmedizin)
Projektlaufzeit
  • 2013 – 2016
Projektförderung
  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 244493120
Projektbeschreibung

Die Art und Qualität der Kommunikation zwischen Hausärzten und Patienten haben einen erheblichen Einfluss auf den Behandlungserfolg. In vielen Nationen, so auch in Deutschland, ist die Arzt-Patient-Kommunikation noch verbesserungsbedürftig. Mit dem vorliegenden Forschungsantrag soll ein speziell auf Hausärzte zugeschnittenes Kommunikationstraining entwickelt werden. Die theoretische Basis dieses Trainings ist das international etablierte Four Habits Modell, das an die Bedingungen deutscher Primärversorgung adaptiert werden soll. Um das Kommunikationstraining dem Bedarf von Patienten und Ärzten in deutschen Hausarztpraxen anzupassen, werden sowohl mit Patienten als auch mit Hausärzten Fokusgruppengespräche geführt und die spezifischen Anforderungen an Kommunikationstrainings festgelegt.

Als Ergebnis wird ein maßgeschneidertes Kommunikationstraining für deutsche Hausärzte entworfen. Dieses Training wird in einem anschließenden dreifachen Rückkoppelungsprozess mit Kleingruppen von Hausärzten durchgeführt, evaluiert und weitentwickelt. Durch einen Pretest in der Hausarztpraxis wird die Durchführbarkeit einer Videodokumentation und -evaluation herausgearbeitet, in der das entwickelte Training auf seine Wirksamkeit überprüft werden soll. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines wirksamen Kommunikationstrainings für Hausärzte. In einem nachfolgenden Projekt (Folgeantrag) soll das Kommunikationstraining im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie auf seine Effektivität überprüft werden.

Projektleitung
Projektdurchführung und Ansprechpartner
Projektlaufzeit
  • 03/2015 – 2016
Projektförderung
  • Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.
Projektbeschreibung

Da sich Qualitätsdefizite z. B. Schnittstellenproblematik, Hygienemängel oder Doppeldiagnostik innerhalb der Dienstleistungsgesellschaften meist auf Probleme im System und nicht auf die Personenebene beziehen, wird folglich für eine Qualitätsverbesserung in der Versorgung eine Veränderung und Umgestaltung des Versorgungssystems benötigt. Entsprechend muss im Hinblick auf die Organisation, das Management, die Qualitätsüberprüfung sowie die Finanzierung eine strukturelle Umgestaltung stattfinden. Qualitätsverbesserung meint somit nicht weitere (finanzielle, personelle o. ä.) Investitionen, sondern setzt auf eine Reorganisation des Systems. Die Methodik des Lean Management – zunächst in der Automobilindustrie angewandt – zielt auf die Erfüllung der Bedürfnisse des Kunden durch eine effiziente, verschlankte Gestaltung der Arbeitsprozesse. Seit einiger Zeit wird Lean Management auch zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung angewandt. Value Stream Mapping (VSM) ist eine Methode des Lean Management, mit ihr können komplexe Arbeitsabläufe visualisiert, quantifiziert und ggf. verbessert werden. Da sich die Leistungserbringung im Dienstleistungssektor von der im industriellen Sektor unterscheidet ist für die Überwindung der Herausforderungen und für eine umfangreiche Implementierung in Versorgungseinrichtungen ein verbessertes Verständnis des Value Stream Mappings notwendig.

Eine systematische Übersichtsarbeit über die Anwendung und die Effektivität des Value Stream Mappings im Versorgungsbereich besteht bisher nicht. Es lassen sich bislang vereinzelt Artikel auffinden, die die Methode im Versorgungskontext beschreiben, beispielsweise in der Notfallaufnahme oder in multidisziplinären Klinikbetrieben. Ziel des aktuellen Projekts ist es aus diesem Grund zu überprüft, ob Value Stream Mapping als eine evidenzbasierte Lean Management Methode in Versorgungseinrichtungen fungiert.

Publikationen

Nowak, M.; Pfaff, H.; Karbach, U.; Does Value Stream Mapping affect the structure, process, and outcome quality in care facilities? A systematic review. Systematic reviews Volume:6 Issue:1 Pages:170 2017; DOI: 10.1186/s13643-017-0563-y Link zum Volltext

Projektleitung und Durchführung
Projektlaufzeit
  • 11/2014 – 01/2016
Projektförderung
  • Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.
Projektbeschreibung

Mit der Zunahme an Krebs- und anderen chronischen, lebenslimitierenden Erkrankungen in einer immer älter werdenden Gesellschaft, steigt auch der Bedarf an palliativmedizinscher Versorgung. Das Ziel der Palliativmedizin ist die Steigerung der Lebensqualität und die Linderung, sowohl physischer als auch psychosozialer Beschwerden bei Krebs und Nicht-Krebs Patienten. Hierbei sollte die Palliativmedizin als begleitende Therapie bereits möglichst früh in die Behandlung integriert werden. Der Zugang zur palliativmedizinischen Versorgung stellt besonders jetzt, wo in Deutschland aktuell über Sterbehilfe diskutiert wird, ein relevantes Thema dar. Trotz anerkannten palliativmedizinschen Bedarf in Deutschland, ist nur sehr wenig über die aktuelle stationäre Versorgung bekannt.

Ziel des aktuellen Versorgungsforschungsprojektes ist daher die Beschreibung der stationären palliativmedizinschen Versorgung in Deutschland. Hierbei soll auf regionale Unterschiede hinsichtlich des Angebots eingegangen werden, wie auch auf die Verbreitung palliativmedizinscher Expertise in den unterschiedlichen Fachrichtungen. Datenbasis hierfür stellen die, von den Krankenhäusern veröffentlichten gesetzlichen Qualitätsberichte dar. Des Weiteren sollen die Patienten, die in Krankenhäusern palliativmedizinsch betreut werden, näher beschrieben werden. Dabei sollen die folgenden Fragen beantwortet werden: Welche Erkrankungen liegen zu Grunde, wie lang ist die durchschnittliche Liegedauer und wohin werden die Patienten meist entlassen. Diese Auswertungen erfolgen anhand der DRG Statistik des Statistischen Bundesamtes (Datenjahr 2012).

Projektleitung
  • Univ.-Prof. Dr. Stephanie Stock (Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) der Universität zu Köln)
  • Jun.Prof. Priv.-Doz. Dr. Nicole Ernstmann
ProjektmitarbeiterInnen
  • Sibel Altin (Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) der Universität zu Köln)
  • Sarah Halbach
Kooperationspartner
  • Univ.-Prof. Dr. Christian Rietz (Arbeitsbereich Forschungsmethoden der Universität zu Köln)
Projektlaufzeit
  • 01/2014 – 12/2015
Projektförderung
  • UoC-Forum Universität zu Köln
Projektbeschreibung

Die internationale Literatur zeigt, dass eine niedrige Gesundheitskompetenz mit erhöhten Mortalitäts- und Morbiditätsraten sowie mit vermehrten Hospitalisierungen und dementsprechend höheren Ressourcenverbräuchen und Kosten assoziiert ist. Eine Verbesserung der Gesundheitskompetenz erfordert den Einsatz von Maßnahmen, die an die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe angepasst sind. In Deutschland mangelt es bislang an subgruppenspezifischen Analysen, die sich mit möglichen Determinanten und Effekten einer geringen Gesundheitskompetenz bei chronisch kranken Menschen befassen. Darüber hinaus steht derzeit kein Instrument zur Erhebung der Gesundheits- und Krebskompetenz im deutschen Versorgungskontext zur Verfügung. 

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes in Zusammenarbeit des IGKE und des IMVR werden daher exemplarisch an dem als chronisch betrachteten Krankheitsbild Brustkrebs die folgenden Ziele festgesetzt. Es sollen erstens Determinanten einer niedrigen Gesundheitskompetenz bei Brustkrebspatientinnen in Deutschland identifiziert werden. Dafür wird im Rahmen einer explorativen Analyse untersucht, ob und inwieweit soziodemographische sowie krankheits- und personenbezogene Faktoren mit einer niedrigen Gesundheitskompetenz von Brustkrebspatientinnen assoziiert sind. Zweitens werden die ökonomischen Auswirkungen einer niedrigen Gesundheitskompetenz bei Brustkrebspatientinnen in Bezug auf eine höhere Inanspruchnahme von ambulanten und stationären Gesundheitsleistungen und damit verbundenen Kosten analysiert. Drittens werden die Konstrukte Gesundheitskompetenz und Krebskompetenz aus dem Blickwinkel von KrebspatientInnen konkretisiert und die Ergebnisse als Grundlage zur Entwicklung von Instrumenten genutzt. Viertens soll ein möglicher Zusammenhang zwischen den Konstrukten Gesundheitskompetenz und Progredienzangst untersucht werden. 

Als Datengrundlage zur Untersuchung der dargelegten Ziele dienen quantitative Daten zu Brustkrebspatientinnen aus der PIAT-Studie, Routinedaten der gesetzlichen Krankenversicherung sowie qualitative Daten, die anhand von Fokusgruppen mit aus der PIAT-Studie rekrutierten Brustkrebspatientinnen generiert werden.

Ergebnisse

Nachfolgend finden Sie erste Ergebnisse aus dem DHL-C Forschungsprojekt:

Altin, S.V., Halbach, S., Ernstmann, N., Stock, S. (2015). Wie können krebsspezifische Gesundheitskompetenzen gemessen werden? – Ein systematischer Review über die Qualität vorhandener Messinstrumente. Z. Evid. Fortbild. Qual. Gesundh. wesen (ZEFQ).

Projektleitung
  • Prof. Dr. Holger Pfaff
  • Dr. Frank Verheyen, Direktor des WINEGs – Wissenschaftliches Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen
Projektdurchführung
Projektlaufzeit
  • 01/2010 – voraussichtlich Ende 2015
Projektförderung
  • WINEG – Wissenschaftliches Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen
Projektbeschreibung

Mit Hilfe der wissenschaftlichen Studie zum Stand der Versorgungsforschung in ganz Deutschland soll mehr Transparenz über Forschungsergebnisse und Kompetenzen im Bereich der Gesundheits- und Krankheitsversorgung geschaffen werden. Die systematische bundesweite Erfassung von Projekten der Versorgungsforschung in Form einer Projektdatenbank bietet eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und Erkenntnisgewinn von Versorgungsforschern. Die Forschungsergebnisse sowie die Identifizierung von Best-Practice Modellen dienen als wissenschaftlicher Entscheidungshintergrund für die Gestaltung der Versorgung von Patienten und dienen der Verbesserung und schnelleren Umsetzung von neuen Versorgungsformen in den Alltag. Zudem wird die Implementierung in die Praxis, durch ein für die Akteure im Gesundheitswesen vereinfachtes Auffinden von Ergebnissen aus der Versorgungsforschung, begünstigt. Die in der Datenbank dokumentierten zahlreichen qualitativ hochwertigen versorgungsforschungsrelevanten Projekte können einen Beitrag zum Wissenstransfer leisten und den Austausch über die Ergebnisse der Versorgungsforschung anregen.

Projektgruppe Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
  • Prof. Dr. Ludwig Kuntz (Seminar für ABWL und Management im Gesundheitswesen)
  • Dr. Michael Wittland (Seminar für ABWL und Management im Gesundheitswesen)
  • Hendrik Hillen (Seminar für ABWL und Management im Gesundheitswesen)
  • Dr. Hendrik Wilhelm (Seminar für ABWL, Unternehmensentwicklung und Organisation)
Projektgruppe Medizinische Fakultät
  • Dr. Nadine Scholten
  • Prof Dr. Bernard Roth (Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Bereich Neonatologie)
  • PD Dr. Angela Kribs (Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Bereich Neonatologie)
  • Kyriakos Martakis (Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Bereich Neonatologie)
Projektlaufzeit
  • 2015
Projektförderung
  • UoC-Forum Universität zu Köln
Projektbeschreibung

Neben strukturellen Faktoren, wie z.B. die Ausstattung mit Personal, ist die Qualität der Versorgung von vielen weiteren Faktoren abhängig. Was die intensivmedizinische Versorgung von Neugeborenen angeht, so ist hier die enge Zusammenarbeit in interprofessionellen Teams von besonderer Bedeutung. Neben der guten Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Professionen wird das Sicherheitsklima immer wieder als relevanter Einflussfaktor für die Versorgungsqualität gesehen.

Ziel dieser Studie ist es daher den Einfluss der Leitung auf das Klima im NICU Team genauer zu untersuchen. Die Leitung einer neonatologischen Intensivstation (NICU) erfolgt meist durch eine ärztliche und eine pflegerische Führungsperson (Führungsdyade). Dass die Führungskompetenz von Leitungspersonen einen maßgeblichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des gesamten Teams haben, ist in der Literatur belegt. Bisher noch nicht hinreichend untersucht ist jedoch die Bedeutung der Führungskompetenzen in Führungsdyaden und wie sich sowohl die Kongruenz persönlicher Ziele als auch die während der Interaktion wahrgenommenen Affekte auf das unterstellte Team auswirken. Ziel der Studie ist es somit den Einfluss der Führungskompetenz der ärztlichen und pflegerischen Leitung auf NICUs auf die Sicherheitskultur und das Klima zwischen Ärzten und Pflegekräften hin zu untersuchen. Neben den Führungsfähigkeiten geht die Kongruenz hinsichtlich ausgewählter Ziele, wie auch die interpersonalen Affekte zwischen ärztlicher und pflegerischer Leitung mit in das Modell ein. Die medizinische Versorgungsqualität wird anhand der AQUA Indikatoren Neonatologie gemessen, so wie sie im Rahmen der externen Qualitätssicherung erhoben werden.

Das Projekt ist als zweistufige, prospektive, fragenbogenbasierte Multicenter-Studie geplant. Hierbei werden die Führungsteams als auch die Ärzte und Pflegekräfte der teilnehmenden NICUs befragt. In die Studie eingeschlossen werden alle Level I und Level II Perinatalzentren in Deutschland (Stand Juli 2014: 243 Einrichtungen).

Eingebettet ist das Teilprojekt: „Exploring Leadership Skill and Leader Team Configuration as Antecedents of Safety Climate and Climate for Collaboration, and their Effects on Neonatal Outcomes” in das Uoc Forum “Managerial Risk Factors in Medicine” , welches im Rahmen der Exzellenzinitiative der Universität zu Köln gefördert wird.

Projektleitung
  • Prof. Dr. Ludwig Kuntz (Projektkoordinator), Universität zu Köln, Seminar für ABWL und Management im Gesundheitswesen
  • Prof. Dr. Bernhard Roth, Uniklinik Köln, Abteilung Neonatologie
  • Prof. Dr. Christiane Woopen, Uniklinik Köln, Forschungsstelle Ethik
  • Prof. Dr. med. Dipl.-Kfm. (FH) Rainer Riedel, Rheinische Fachhochschule Köln, Institut für Medizin-Ökonomie und Medizinische Versorgungsforschung (iMöV)
  • Prof. Dr. Holger Pfaff
  • Dr. Annika Nitzsche
Projektlaufzeit
  • 02/2015 – 12/2015
Projektförderung
  • Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.
Projektbeschreibung

Versorgungsforschung zur Behandlung und Pflege von Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500g – Einfluss von Human- und Organisationsfaktoren auf die Leistungsfähigkeit neonatologischer Intensivstationen

Frühgeburtlichkeit ist die Hauptursache für perinatal erworbene Behinderungen und Mortalität. Die bedarfsgerechte Versorgung von Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500g wird durch verschiedene Faktoren geprägt. Das seit 2012 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt Health Services Research in Neonatal Intensive Care Units (HRS-NICU) greift die Fragestellung auf, inwieweit Human- und Organisationsfaktoren einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit von neonatologischen Intensivstationen haben.

In einer Pilotstudie an 5 deutschen Perinatalzentren erwiesen sich die Arbeitsbelastung, Einstellung der Mitarbeiter sowie strukturelle Merkmale als relevante Einflussgrößen für das Outcome von Frühgeborenen.

In der aktuellen interdisziplinären Multizenterstudie werden in Zusammenarbeit von Medizin, Ethik, Betriebswirtschaftslehre und Soziologie an 60 neonatologischen Zentren die Zusammenhänge zwischen medizinischem Outcome, Arbeitsbedingungen, Mitarbeiter- und Elternzufriedenheit, ökonomischen Ergebnisfaktoren, Zielen und organisatorischen Abläufen untersucht. Die Datenerhebung erfolgt mittels Mitarbeiter- und Elternfragebögen, medizinischen Daten sowie allgemeinen Angaben (Kapazitäten, Strukturen, Schichtplänen, Kosten).

Die im Rahmen des interdisziplinären innovativen Projektes erwarteten Ergebnisse sollen einen wesentlichen Beitrag zur gesundheitspolitischen Gestaltung von Versorgungsstrukturen und -prozessen für den Bereich Neonatologie leisten.

Siegerprojekt im Wettbewerb „IuK & Gender Med.NRW“ der Europäischen Union, des Exzellenz Clusters NRW sowie des MGEPA des Landes NRW

Wissenschaftliche Leitung
Operative Projektleitung des IMVR-Arbeitspakets
Kooperationspartner
  • Alere GmbH
  • AOK Rheinland-Hamburg
  • BARMER GEK
  • IMO Institut GmbH
  • Uniklinik Köln
Projektlaufzeit
  • 09/2012 – 08/2015
Projektförderung
  • Europäische Union und Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW im Rahmen des NRW-EU -Ziel 2 (EFRE) Förderwettbewerbs.
Projektbeschreibung

Strukturierte Versorgungsprogramme führen in der Regel zur Leitlinien näheren Behandlung, zur Prognoseverbesserung, zur Stärkung der Krankheitseinsicht sowie zur Steigerung der Lebensqualität. Der Zugang zu entsprechenden Modellen ist jedoch häufig bereits durch deren Ansatz und Struktur beschränkt. Darüber hinaus führen in der Alltagsrealität am ehesten wohl soziodemografische und psychologische Faktoren zu der Beobachtung, dass sich etwa die Hälfte der aus medizinischen Gründen geeigneten Patienten und Patientinnen nicht zur Teilnahme an einem solchen Programm entschließt. Ziel von GemaB ist es daher, im Rahmen eines bereits bestehenden Versorgungsmodells für Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz den Einfluss soziodemografischer Faktoren – insbesondere Geschlechtszugehörigkeit und ethnische Herkunft – auf die Bereitschaft, an einem solchen Programm teilzunehmen, zu untersuchen.

Aufgabe des IMVRs ist es, zwei Fragebogen zu entwickeln: 1) Einen Fragebogen zur Modellakzeptanz, der im Rahmen von strukturierten Telefoninterviews bei allen aufgrund ihrer Erkrankung prinzipiell für das Versorgungsmodell in Frage kommenden Patienten und Patientinnen eingesetzt wird. 2) Einen Fragebogen zur Modellzufriedenheit, der 12 Monate nach Einschluss in das Modell zur Evaluation des Versorgungsmodells dient.

Wissenschaftliche/r Leiter/in der PIAT-Studie
  • Jun.-Prof. Dr. Nicole Ernstmann
  • Dr. Christoph Kowalski
Operative Projektleitung der PIAT-Studie
  • Dr. Anna Enders (geb. Schmidt)
Studentische Hilfskräfte der PIAT-Studie
  • Isabell Schellartz
  • Lara Schlomann
Kooperationspartner
Projektlaufzeit
  • 03/2012 – 03/2015
Projektförderung
  • Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Rahmen der Ressortforschung „Forschung im Nationalen Krebsplan“
Projektbeschreibung

Ziel der PIAT-Studie ist es, den Bedarf an Informations- und Schulungsmaßnahmen zur Stärkung der Patientenkompetenz bei Patientinnen und Patienten mit Mammakarzinom zu analysieren. In einer prospektiven Kohortenstudie sollen PatientInnen aus Brustkrebszentren sowie BrustkrebszentrumleiterInnen, zur Ermittlung des Informations- und Schulungsbedarf, zu drei Messzeitpunkten schriftlich befragt werden. Zur Entwicklung des Erhebungsinstruments werden neben einer Literaturrecherche Fokusgruppen mit PatientInnen und Versorgern durchgeführt. Das primäre Studienziel ist die Bedarfsermittlung. Das sekundäre Ziel der PIAT-Studie ist die Verknüpfung und Auswertung der Ergebnisse aus den unterschiedlichen Zentren bezüglich der genannten Zielgrößen. Die Studienergebnisse sollen die Entwicklung bedarfsgerechter Informations- und Schulungsmaßnahmen für betroffene Patientinnen und Patienten unter Berücksichtigung hemmender und fördernder Faktoren auf Versorgungseinrichtungsebene ermöglichen.

Für Betroffene sowie für alle Interessierte steht ein Video zur Verfügung, in dem einige Ergebnisse vom ersten Erhebungszeitpunkt der PIAT-Studie vorgestellt werden.

Am 23.01.2015 fand in Berlin der Workshop „Information & Beratung bei Brustkrebs – Was fehlt unseren Patientinnen und Patienten?“ statt. Im Rahmen des Workshops wurden Ergebnisse der PIAT-Studie vorgestellt und diskutiert. Weitere Informationen stehen Ihnen ab sofort zur Verfügung:

Weitere Informationen und Ergebnisse
Wissenschaftliche Projektleitung
  • Prof. Hans Wilhelm Höpp
Kooperationspartner
Operative Projektleitung
  • Dr. Antje Hammer
Projektlaufzeit
  • 06/2013 – 12/2014
Projektförderung
  • Stiftungsgelder (iEVF)
Projektbeschreibung

Das Kölner Infarkt Modell (KIM) ist eine Initiative des Rettungsdienstes der Stadt Köln und aller Kölner Kliniken zur optimalen Versorgung von PatientInnen mit akutem Herzinfarkt. Es ist bundesweit der bislang einmalige Versuch, in einer Millionenstadt mit komplexer Versorgungsstruktur Sektoren-übergreifende Standards zu etablieren und damit Leitlinienempfehlungen im Alltag konsequent umzusetzen.

Ziel des vom IMVR begleitetem Projektteils ist die Analyse zweier Fragestellung: (1) Inwieweit wirkt sich der Zeitpunkt (Tageszeit, Jahreszeit etc.) auf die leitlinienkonforme Versorgung der Patienten im KIM-Modell aus? (2) Gibt es Unterschiede in der Versorgung in Abhängigkeit des sozioökonomischen Status der beteiligten Patienten? Zur Beantwortung der Fragestellungen werden die im Projekt vorliegenden Patientendaten für den Zeitraum 2006-2012 ausgewertet.

Die Forschungsarbeit wird mit Stiftungsgeldern des iEVF gefördert und beinhaltet die in Zusammenarbeit mit Prof. Höpp gestaltete gemeinsame Betreuung von zwei Doktoranten.

Projektleitung
Projektdurchführung
  • Lena Ansmann
Projektlaufzeit
  • 11/2012 – 10/2014
Projektförderung
  • Deutsche Krebshilfe e.V.
Projektbeschreibung

Die Diagnose Brustkrebs und die mit der Therapie verbundenen Nebenwirkungen und Belastungen stellen Brustkrebspatientinnen vor vielfältige Herausforderungen. Um diese Herausforderungen erfolgreich bewältigen zu können, sind unterstützende Ressourcen notwendig. Für Brustkrebspatientinnen ist eine vertrauensvolle therapeutische Allianz zwischen Arzt und Patientin eine wesentliche Quelle sozialer Unterstützung. Bereits vorliegende Forschung zur Bedeutung der Arzt-Patienten-Kommunikation bei chronischen Erkrankungen unterstützt den Zusammenhang zwischen der Arzt-Patienten Beziehung und Patient-Reported Outcomes.

Das Forschungsprojekt WORG OUT geht der Frage nach, welchen Einfluss der Versorgungskontext auf die Kommunikation zwischen Arzt und Brustkrebspatientin hat. Es soll untersucht werden, inwiefern die von Patientinnen wahrgenommene psychosoziale Versorgung durch Ärzte mit Strukturen und Prozessen innerhalb des Krankenhauses zusammenhängt. Bisher existiert kaum Forschung zum Einfluss des Krankenhauskontextes auf die Arzt-Patienten-Interaktion. Die jährlich vom IMVR durchgeführten Patientinnenbefragungen in den nordrhein-westfälischen Brustzentren ergeben eine in den meisten Bereichen sehr hohe Zufriedenheit der Patientinnen. Dennoch sind wesentliche Unterschiede in der Patientenbewertung zwischen den Brustzentren erkennbar, die nicht allein auf Unterschiede zwischen den Patientinnen zurückzuführen sind. Mit diesem Forschungsprojekt wird versucht, die Unterschiede zwischen den Versorgungseinrichtungen, vor allem im Hinblick auf die Bewertung der Arzt-Patienten-Interaktion, zu erklären.

Zur Untersuchung der Fragestellung wird der Ansatz einer multiperspektivischen Organisationsdiagnostik genutzt. Es werden Daten aus Befragungen, die aus unterschiedlichen Perspektiven auf die nordrhein-westfälischen Brustzentren blicken, erstmals verknüpft. Genutzt werden Befragungsdaten von jährlich 3.000 – 4.000 Patientinnen mit primärem Mammakarzinom, Befragungsdaten von Schlüsselpersonen aus den Jahren 2007 und 2010 als auch Mitarbeiterbefragungsdaten aus dem Jahr 2010. Die Daten werden mit der Methode der Mehrebenenanalyse ausgewertet.

Die Ergebnisse werden dazu dienen, Empfehlungen zur Verbesserung der Arzt-Patienten-Interaktion auf der Organisationsebene der Brustzentren zu formulieren. Der Transfer der Ergebnisse soll durch die Rückmeldung an die Versorgungspraxis in einem Transfer-Workshop für die NRW-Brustzentren sichergestellt werden.

Wissenschaftliche Leiter/innen der WIN ON-Studie
  • Jun.-Prof. Dr. Nicole Ernstmann
  • Dr. Melanie Neumann (Universität Witten/Herdecke)
  • Prof. Dr. Holger Pfaff
  • Prof. Dr. Markus Wirtz
Wissenschaftliche Leitung des IMVR-Teilprojekts
  • Jun.-Prof. Dr. Nicole Ernstmann
Projektmitarbeiter/innen im IMVR-Teilprojekt
  • Anika Nitzsche (operative Projektleitung)
  • Lena Ansmann
  • Tristan Gloede
  • Sophie Groß
Kooperationspartner
Projektlaufzeit
  • 03/2011 – 12/2013
Projektförderung
  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und Köln Fortune
Projektbeschreibung

Gegenstand des Forschungsvorhabens WIN ON (Working conditions in oncology) ist die Frage, inwiefern sich die Organisationsstrukturen und -prozesse in Praxen niedergelassener Hämatologen und Onkologen (NHO) auf deren Arbeitserleben, die Kommunikation mit ihren Patienten und schließlich auf Patient-Reported Outcomes (z.B. Lebensqualität) auswirken. In einer qualitativen Vorstudie wurden NHO zu ihren Arbeitsbedingungen, ihrer Gesundheit, zur Kommunikation mit ihren Patienten und ihren selbst eingeschätzten Kommunikationsfähigkeiten interviewt. Auf Basis der qualitativen Vorstudie wurden standardisierte Fragebogen zu den oben genannten Themen entwickelt und in einer bundesweiten Befragung von NHO eingesetzt.

Darüber hinaus werden Patienten mit Kolorektalkarzinom, die bei den NHO in Behandlung sind, ebenfalls in einer prospektiven Studie mit vier Messzeitpunkten befragt. In den Patientenbefragungen werden die Erwartungen an den Arzt und das Arztgespräch, die Wahrnehmung der Kommunikation mit dem Arzt und Patient-Reported Outcomes über einen Zeitraum von sechs Monaten erfasst.

Weitere Informationen und Ergebnisse

Nachfolgend finden Sie themenspezifisch aufbereitete Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt WIN ON – Working Conditions in Oncology.

Groß, S.E., Ernstmann, N., Jung, J., Karbach, U., Ansmann, L., Gloede, T.D., Pfaff, H., Wirtz, M., Baumann, W., Schmitz, S., Osburg, S., Neumann, M. Can a stressed oncologist be good in a consultation? A qualitative study on the oncologists’ perception. European Journal of Cancer Care DOI: 10.1111/ecc.12199

Ansmann, L., Nitzsche, A., Neumann, M. Gestresst, aber zumeist zufrieden (2014). Deutsches Ärzteblatt, 111(7):A262-264.

Presseschau

Artikel „Wie Arbeitsbedingungen die Patientengespräche beeinflussen“ auf aerzteblatt.de vom 27.08.2014.

Artikel „Das sorgt für Stress im Praxisalltag“ auf aerztezeitung.de vom 29.08.2014.

Projektleitung und -durchführung
  • Jun.-Prof. Dr. Lena Ansmann
Projektlaufzeit
  • 2014
Projektbeschreibung

Eine wesentliche Aufgabe des Innerbetrieblichen Gesundheitsmanagements in der Personalentwicklung der Techniker Krankenkasse (TK) besteht in der stetigen Erfassung der Ressourcen und Belastungen, deren Einfluss auf den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der MitarbeiterInnen. Dabei ist die schriftliche Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine effektive Methode, um die Wirksamkeit von Maßnahmen des Innerbetrieblichen Gesundheitsmanagements zu messen. Eine bundesweite Befragung aller TK-Mitarbeiter zum Thema Gesundheit (TK Gesundheitsbefragung) wurde im April 2014 durchgeführt. Das Ziel der Befragung auf den Ebenen der verschiedenen Organisationseinheiten der TK ist es, spezifische Einflussfaktoren auf die Arbeitsfähigkeit zu ermitteln, um gezielte Maßnahmen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit abzuleiten.

Das Projekt beinhaltet die Aufbereitung des Rohdatensatzes sowie die Durchführung statistischer Analysen als Grundlage zur Erstellung von Ergebnisberichten für die Organisationseinheiten der TK. Im Rahmen des Projekts werden über 750 Organisationseinheiten betrachtet, welche aus Teams, Dienststellen, Fach- und Vorstandsbereichen und der TK gesamt bestehen. Dies beinhaltet u. a. die Aufbereitung des Rohdatensatzes, die Skalenbildung, Datentransformation, Häufigkeitsauswertungen und multivariate Regressionsanalysen der von der Techniker Krankenkasse erhobenen Mitarbeiterdaten. Des Weiteren werden Mehrebenenanalysen zu den Zusammenhängen zwischen den zentralen Konstrukten (z. B. Tätigkeitsspielraum und Arbeitsfähigkeit) auf verschiedenen Ebenen analysiert. Die Ergebnisse dienen der Personalentwicklung der TK für die Berichterstellung. Weiterhin ist das IMVR damit beauftragt, basierend auf den Analyseergebnissen, Empfehlungen für Maßnahmen zur Verbesserung der Mitarbeitergesundheit und -leistung abzuleiten.

Projektleitung
Projektdurchführung
  • Anika Nitzsche
Partner
  • Prospektiv GmbH
  • IVAM e.V.
Modellbetriebe
  • Bartels Mikrotechnik GmbH
  • LIMO Lissotschenko Mikrooptik GmbH
  • NanoFocus AG
Projektlaufzeit
  • 07/2009 – 04/2013
Projektförderung
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Europäische Sozialfonds für Deutschland
  • Europäische Union im Rahmen des Programms „Arbeiten, Lernen, Kompetenzen entwickeln – Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt“.
Projektbeschreibung

Hintergrund: Die Mikrotechnik- und Nanotechnologie-Industrie in Deutschland ist eine eher junge und dynamische Wachstumsbranche, die als Innovationstreiber unzählige industrielle Wertschöpfungen anstößt. Der Bedarf an Fachkräften in der Mikrotechnik- und Nanotechnologie-Industrie wächst, Berufsgruppen mit hohem spezifischen und erfolgskritischem Wissen sind hier prägend. Die dortigen Berufsfelder erfahren regelmäßig rasante Veränderungen. Deshalb stellt die ständige (Weiter-)Qualifizierung ein unabdingbares Erfordernis dar. Zudem erzeugen die hohe Wettbewerbsintensität in einem globalisierten Markt mit immer kürzeren Produktzyklen und der Diffusion neuer Technologien einerseits sowie die sozialen und demografischen gesellschaftlichen Entwicklungen andererseits für die Unternehmen der Branche einen großen Veränderungsdruck: Flexibilisierung lautet die große Herausforderung. Die Arbeitssituation der hochqualifizierten Mitarbeiter/innen führt zu einem relativ hohen Anspruchs- und damit Belastungsniveau. Hinzu kommt, dass die Bindung vorhandener und die Rekrutierung neuer Fachkräfte eine existenzielle Herausforderung für die Unternehmen bedeutet.

Ziele: Gesamtziel des Verbundprojektes „GeMiNa“ ist die Gestaltung der Balance von Flexibilität und Stabilität durch implizite Vereinbarungen in der Mikrotechnik- und Nanotechnologie-Industrie. Hierzu werden Work-Life-Balance Konzepte mit Hilfe des Gestaltungsinstrumentes des psychologischen Vertrages in Modellbetrieben erarbeitet und implementiert sowie im weiteren Projektverlauf evaluiert.

Work-Life-Balance: Unternehmen der Mikrotechnik und Nanotechnologie werden in Zukunft nur erfolgreich sein, wenn sie in ihre wichtigste Ressource – ihre Mitarbeiter/innen – investieren. Neben Qualifikation und Wissen gehört jedoch eine funktionierende Balance von Arbeit und Privatleben, auch als Work-Life-Balance (WLB) bezeichnet, zu den Leistungs- und Erfolgsfaktoren. Von einer guten WLB profitieren Mitarbeiter/innen und Unternehmen gleichermaßen. Für Unternehmen können Wettbewerbsvorteile beispielsweise in Form einer Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber und Vorteile bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften entstehen. Des Weiteren können WLB-Maßnahmen dazu beitragen, das Engagement, die Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter/innen zu erhöhen. Weiter konnten bereits Effekte auf physische und psychische Gesundheitsindikatoren (z.B. körperliche Beschwerden, Depressionen, Burnout) nachgewiesen werden, so dass mit einer Förderung der WLB auch ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsförderung der Beschäftigten geleistet werden kann, was letztendlich auch positive Auswirkungen auf die Fehlzeiten hat.

Der psychologische Vertrag als Gestaltungsmodell für eine bessere Work-Life-Balance: Obwohl im angelsächsischen Raum bereits populär, findet das Konzept des psychologischen Vertrags in Deutschland noch kaum Berücksichtigung. Der psychologische Vertrag beinhaltet eine Vielzahl von gegenseitigen Erwartungen der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber, die nicht im formalen Arbeitsvertrag fixiert sind. Bis Ende der 1990er Jahre fanden sich im psychologischen Vertrag typische Inhalte wie Arbeitsplatzsicherheit, Aufstiegsmöglichkeiten etc. auf der Arbeitnehmerseite; hohe Arbeitsqualität, Loyalität, Flexibilität, Engagement etc. auf der Arbeitgeberseite. Doch aufgrund permanenter Flexibilisierungsmaßnahmen der Unternehmen und steigender Marktanforderungen haben sich auch die psychologischen Verträge gewandelt. Eigenverantwortung für die Beschäftigung ersetzten zum Beispiel die Arbeitsplatzsicherheit. Die Eigenverantwortung für berufliche Entwicklung und die Arbeitsmarktfähigkeit tritt an die Stelle von unternehmensbezogener Spezialisierung und internen Aufstiegsmöglichkeiten. Der „klassische“ psychologische Vertrag trägt nicht mehr. Die Folge war und ist, dass sich die Beschäftigten dem Unternehmen weniger verbunden fühlen und ihr zusätzliches Engagement reduzieren. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen diese systematische Transformation des impliziten Deals „Arbeitsplatzsicherheit gegen hohe Leistungs- und Flexibilitätsbereitschaft“. Unternehmen ersetzten Arbeitsplatzsicherheit durch kontinuierliche Förderung der Beschäftigungsfähigkeit. Dies verlangt den Beschäftigten deutlich mehr Verantwortung für die eigene Entwicklung ab („Arbeitskraftunternehmer“).

  • Qualitative Vorarbeiten: Leitfadeninterviews mit Mitarbeitern und Führungskräften in der Mikro- und Nanotechnologie-Branche
  • Ist-Analyse in drei Modellbetrieben sowie in weiteren Unternehmen der Branche: Bestandsaufnahme der Rahmenbedingungen sowie der gegenseitigen Erwartungen und Angebote zu Aspekten der Work-Life-Balance, Arbeitsbelastung etc. mittels Online-Befragung
  • Durchführung von Betriebsworkshops zum Thema Work-Life-Balance und Umsetzung von Maßnahmen in drei Modellbetrieben
  • Evaluation: Analyse der Wirksamkeit des Gestaltungsinstrumentes „psychologischer Vertrag“ zur Verbesserung der Work-Life-Balance mittels erneuter Befragung (Paneldesign)

Transfer: Das skizzierte Vorhaben wird zusammen mit drei Modellbetrieben der Mikrotechnik- und Nanotechnologie-Industrie entwickelt und umgesetzt. In einem ersten Schritt wird ein Erfahrungsaustausch zwischen den Modellbetrieben angeregt, der im weiteren Verlauf auch auf interessierte Unternehmen der Branche (Valuepartner) ausgeweitet wird. Im Rahmen des Transfers werden Zwischen- und Endergebnisse fach- und branchengerecht aufbereitet. Zu diesem Zweck werden neben einer Projekt-Homepage sowie weiteren Informationsmaterialien auch ein praxisbezogener Leitfaden verfasst. Dieser soll wichtige Hinweise und Aufschlüsse bezüglich des Vorgehens bei der Gestaltung und Umsetzung von psychologischen Verträgen enthalten. Gemeinsam mit dem IVAM e.V. – Fachverband für Mikrotechnik sowie weiteren geeigneten Transferpartnern werden diese Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Neben der „Ursprungsbranche“ Mikrotechnik- und Nanotechnologie ist ein Transfer in andere, artverwandte Branchen mit ebenfalls hohem Anteil von „Wissensarbeitern“ angestrebt (IT, Medien, etc.).

Projektdurchführung und Ansprechpartner
  • Jun.Prof. Dr. Nicole Ernstmann
Projektlaufzeit
  • 03/2011 – 07/2013
Projektförderung
  • Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.
Projektbeschreibung

Gegenstand des qualitativen Forschungsvorhabens ist die Frage, ob und aus welchem Grund sich die Kommunikation und Beziehung zwischen Patient und behandelndem Urologen im Verlauf der Therapie eines Prostatakarzinoms verändert. In längsschnittlichen Studien mit quantitativem Forschungsansatz ergeben sich erste Hinweise darauf, dass sich die Kommunikation zwischen Urologen und Patienten mit Prostatakarzinom über den zeitlichen Verlauf verändert und dass es hierbei Unterschiede zwischen den verschiedenen Therapieoptionen des Prostatakarzinoms gibt. Zur Erklärung dieser Befunde sollen ca. 12-15 einstündige leitfadengestützte Interviews mit Betroffenen durchgeführt, aufgezeichnet, transkribiert und inhaltsanalytisch ausgewertet werden. Die Patienten werden in Selbsthilfegruppen rekrutiert. Die Ergebnisse der Studie sollen dazu dienen, mögliche Ursachen für Störungen in der Kommunikation und Beziehung zwischen Arzt und Patient, wie zum Beispiel sich verändernde Kommunikationsbedürfnisse seitens der Patienten im Verlauf der Therapie, zu beschreiben und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation abzuleiten.

Projektdurchführung und Ansprechpartner
Projektlaufzeit
  • 12/2011 – 12/2013
Projektförderung
  • Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert.
Projektbeschreibung

Laut Leitlinie sollen Patienten mit einem akuten Schlaganfall in spezialisierten Zentren behandelt werden. Ziel der Studie ist es anhand von Routinedaten die Versorgungssituation der Schlaganfallpatienten in Deutschland darzustellen und kartographisch zu analysieren. Mögliche Ungleichheiten in der Versorgung durch die Krankenhäuser in städtischen und ländlichen Regionen werden im Hinblick auf die beobachtbare Thrombolyserate analysiert.

Grundlage der Datenanalyse sind die Qualitätsberichte der Jahre 2008 und 2010, die von allen nach §108 SGB V zugelassenen Krankenhäusern veröffentlicht werden müssen. Bei den Berechnungen für das Jahr 2010 können die Daten von 1300 unterschiedlichen Krankenhäusern (194.000 Schlaganfall Patienten ICD-10-GM 2010: I63) berücksichtigt werden. Anhand von logistischen Regressionen (STATA 12) werden mögliche Zusammenhänge zwischen Krankenhauseigenschaften (z.B. Lage des Krankenhauses, Bettenzahl, Anzahl der Schlaganfallpatienten) und der Durchführung von Lysetherapien untersucht. Die Identifikation möglicher Versorgungsprobleme erfolgt aufgrund kartographischer Darstellungen.

Projektleiter (deutscher Projektteil)
Operative Projektleitung (deutscher Projektteil)
  • Antje Hammer
Projektdurchführung (deutscher Projektteil)
  • Antje Hammer
Projektlaufzeit
  • 11/2009 – 04/2013 (Verlängert bis 08/2013)
Projektförderung
  • DUQuE wird durch das EU DG Research Grant in the 7th Framework Programme finanziert. Darüber hinaus wird der deutsche Projektteil finanziell durch Köln Fortune unterstützt.
Projektbeschreibung

Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Wirksamkeit von Qualitätsverbesserungsmaßnahmen in europäischen Krankenhäusern. Zu diesem Zweck wird die Beziehung zwischen Qualitätsverbesserungsmaßnahmen, Unternehmenskultur, Beteiligung von Berufsgruppen und Eigenverantwortlichkeit von Patienten einerseits und der  Krankenhausversorgungsqualität (einschließlich klinischer Wirksamkeit, Patientensicherheit und Patienteneinbeziehung) andererseits untersucht.

Die Daten im DUQuE-Projekt wurden auf Basis eines Multi-Methodenansatzes insgesamt 8 Europäischen Ländern (Tschechei, Frankreich, Deutschland, Polen, Portugal, Spanien, Türkei und Großbritannien) erhoben. Die Datenerhebung erfolgte sowohl auf Krankenhaus-, Abteilungs-, Mitarbeiter-, als auch Patientenebene. Für die Bewertung krankenhausweiter Qualitätsverbesserungsstrategien wurden in jedem der teilnehmenden Länder 30 zufällig ausgewählte Krankenhäuser in die Stichprobe eingeschlossen. Zusätzlich wurden in 12 dieser 30 Krankenhäuser, Daten von Patienten erhoben, die hinsichtlich einer der vier Indikationen Akuter Myokardinfarkt, Hirninfarkt, Fraktur des Femurs und Spontangeburt behandelt werden.

Im Rahmen des Projektes war das IMVR die Koordinierungsstelle für die beteiligten Krankenhäuser in Deutschland.

Die Beteiligung der Krankenhäuser in den einzelnen Ländern fiel unterschiedlich aus. Insgesamt haben 192 Krankenhäuser in den einzelnen Ländern teilgenommen. In Deutschland haben sich insgesamt 13 Krankenhäuser an der umfangreichen Datenerhebung in der DUQuE-Studie beteiligt. Mehr als 10.000 Führungskräfte und Mitarbeiter sowie mehr als 6.500 Patienten haben sich an den Befragungen beteiligt, und es wurden Daten von mehr als 9.000 Patientenakten extrahiert.

Erste Ergebnisse des DUQUE-Projektes zeigen, dass es zukünftig weiterer evidenzbasierter und auch lernbasierter Qualitätsentwicklungen in europäischen Krankenhäusern bedarf. Im Rahmen der Studie wurde bereits eine Bewertungsplattform für teilnehmende Krankenhäuser geschaffen. Die Plattform soll zur Reflexion und zu Diskussionen der erzielten Ergebnisse anregen. Darüber hinaus wurden auf Grundlage der Ergebnisse der DUQuE-Studie Empfehlungen für Krankenhäuser zur Verbesserung der Versorgungsqualität entwickelt. Erste Ergebnisse sowie weitere Publikationen im Projekt finden Sie auf der Projekt-Webseite (www.duque.eu).

Koordination und Partner

Avedis Donabedian University Institute, Autonomous University of Barcelona.

Projektkoordination: Rosa Suñol. Co-Lead researcher: Oliver Groene

Partner: Academic Medical Centre (AMC) (Niek Klazinga); Netherlands Institute of Health Services Research (NIVEL) (Cordula Wagner); Dr Foster Intelligence (DFI) (Tim Baker); Central Denmark Region (RM)  (Paul Bartels); University of California in Los Angeles (UCLA) (Onyebuchi Arah); Institute for Medical Sociology, Health Services Research and Rehabilitation Science (IMVR) (Holger Pfaff); European Hospital and Healthcare Federation (HOPE) (Pascal Garel); European Society for Quality in Healthcare (ESQH) (Basia Kutryba).

Landeskoordinatoren: Czech National Accreditation Committee (František Vlček); Haute Autorite de Santé (Charles Bruneau); Polish Society for Quality Promotion in Health Care (Halina Kutaj-Wasikowska); General Directorate of Health (Margarida Franca); Foundation for the accreditation and the development of health services (Paula Vallejo); Turkish Society for Quality Management (Hasan Kus); Dr Foster Intelligence (Ellen Klaus / Alex Kafetz)

weitere Informationen

www.duque.eu

Projektdurchführung und Ansprechpartner
  • Dr. Christoph Kowalski
Projektlaufzeit
  • 02/2011 – 04/2012
Projektförderung
  • Das Projekt wird aus Eigenmitteln finanziert
Projektbeschreibung

Im Anschluss an die Befragung von Patientinnen und Patienten mit primärem Mammakarzinom wurde von Mitte Juni bis Ende September 2011 in den von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierten Brustkrebszentren eine Befragung von Schlüsselpersonen durchgeführt. Ziel der Schlüsselpersonenbefragung war es, nach der Patientenperspektive auch die versorgerseitige Akzeptanz des Brustkrebszentrenkonzepts zu untersuchen und einen vergleichenden Überblick über Strukturen und Prozesse der zertifizierten Brustkrebszentren in Deutschland zu gewinnen.

Zusätzlich soll mit den Daten untersucht werden, ob Strukturen und Prozesse erkennbar mit den Ergebnissen der Patientenbefragung zusammenhängen. Pro Krankenhaus wurde je ein Ansprechpartner in leitender Position angeschrieben und um Teilnahme an der Befragung gebeten. Als Ansprechpartner fungierten diejenigen Mitarbeiter der zertifizierten Brustkrebszentren, die bereits für die zuvor durchgeführte Patientenbefragung als Kontaktperson dienten, also in aller Regel die Leiter oder Zent-rumskoordinatoren bzw. von ihnen benannte Stellvertreter. Diese in der Literatur als „Key informant-“ oder „Schlüsselpersonenbefragung“ bezeichnete Methode ist ein häufig angewandtes Verfahren und nutzt das Wissen von Mitarbeitern, die in der Regel über Entscheidungsbefugnisse verfügen. Zum Einsatz kam der Fragebogen für Schlüsselpersonen in Brustkrebszentren 2011 (FRIZ 2011).

Ein Teil der verwendeten Fragen kam bereits in der 2010 in Nordrhein-Westfalen vom IMVR in den von der Ärztekammer Westfalen-Lippe zertifizierten Brustzentren durchgeführten Befragung zum Einsatz (Projekt EBRU 2). Andere wurden für diese Befragung neu entwickelt oder waren bereits in vergleichbaren Befragungen in den USA im Einsatz. Aus 149 von insgesamt 243 Operationsstandorten gingen innerhalb des Befragungszeitraums ausgefüllte und auswertbare Fragebogen ein. 110 der 149 teilnehmenden Operationsstandorte hatten zuvor bereits an der Befragung von Patientinnen mit primärem Mammakarzinom in den gleiche Zentren teilgenommen. Im Hinblick auf Verbesserungen der Versorgungsqualität genießt das Konzept unter den befragten Schlüsselpersonen eine hohe Zustimmung.

Das Konzept wird insgesamt fast durchgehend als gut oder sehr gut bewertet. Sowohl der Kontakt zu den niedergelassenen Ärzten als auch das Ansehen der Häuser haben sich in der Wahrnehmung der Befragten seit Einführung des Konzepts in der weit überwiegenden Zahl der Häuser verbessert.

Ergebnisse

Den Ergebnisbericht zur DKG-Schlüsselpersonenbefragung finden Sie hier.

Projektleitung
  • Prof. Dr. Lothar Weißbach, Stiftung Männergesundheit
Wissenschaftliche Leitung des ZVFK-Teilprojekts
Ausführende Studienbüros:
  • Clinische Studien Gesellschaft mbH (CSG) mediq.us GmbH
  • Zentrum für Versorgungsforschung Köln (ZVFK)
Operative Projektleitung des ZVFK-Teilprojekts
  • Jun.-Prof. Dr. Nicole Ernstmann
Projektlaufzeit
  • 03/2008 – 03/2013
Projektbeschreibung

Das Prostatakarzinom macht ca. 20% aller Krebsneuerkrankungen des Mannes aus. Wenngleich es sich um einen langsam wachsenden Tumor handelt, ist das Prostatakarzinom für ca. 10% aller Krebstodesfälle bei Männern verantwortlich. In Deutschland sterben jährlich ca. 11.000 Männer an dieser Krebsart. Die Behandlung des Prostatakarzinoms ist abhängig von der Ausbreitung des Tumors, dem Stadium bzw. Malignitätsgrad, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Patienten. Die Entscheidung für eine Therapieform sollte nach umfassender Patienteninformation über die Risiken und den Nutzen der einzelnen Therapieoptionen sowie in Absprache mit dem Patienten erfolgen. Das persönliche Arzt-Patienten-Gespräch ist dabei die bevorzugte Form der Information. Studien zeigen, dass die Compliance und Adhärenz der Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom von der gewählten Therapieform abhängig ist. Es gibt Hinweise darauf, dass wenig invasive Verfahren, die mit vergleichsweise geringen Einschränkungen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität einhergehen, von den Prostatakrebs-Patienten bevorzugt werden. Insbesondere bei der Diagnose eines Prostatakarzinoms gilt es daher, die individuelle Balance zwischen dem natürlichen Krankheitsverlauf des Prostatakarzinoms und der persönlichen Lebenserwartung des Patienten zu bestimmen. Für das Stadium des lokal begrenzten Prostatakarzinoms werden fünf grundsätzliche therapeutische Strategien unterschieden, deren Überlegenheit noch nicht eindeutig belegt ist: H = Hormone, A = Active Surveillance, R = Radiotherapy, O = Operation und W = Watchful Waiting.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der HAROW-Studie, die aktuelle Versorgungssituation in Deutschland zu beschreiben sowie prospektiv Krankheitsverläufe in Abhängigkeit der jeweiligen therapeutischen Strategie zu untersuchen. Dazu ist die HAROW-Studie als offene, nicht-interventionelle Beobachtungsstudie angelegt. Geplant ist, dass 5.000 Patienten mit neu diagnostiziertem, lokal begrenztem Prostatakarzinom in die Studie eingeschlossen werden.

Das IMVR ist verantwortlich für die Messung und Auswertung relevanter Aspekte der Arzt-Patient-Interaktion aus Patientensicht. Untersucht werden in sechsmonatigen Abständen die Information und Aktivierung des Patienten durch die niedergelassenen Urologen, die ärztliche Zuwendung und Unterstützung des Patienten sowie die ärztliche Empathie.

Projektleitung
Projektlaufzeit
  • 02/2008 – 03/2012
Projektförderung
  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Projektbeschreibung

Aufbauend auf den bisherigen Studien zur psychotherapeutischen Intervention bei Unfallopfern soll ein umfassendes Konzept zur psychosozialen Versorgung von Unfallverletzten entwickelt, praktisch erprobt und evaluiert werden. Das Interventionsprogramm Advanced Trauma Psychosocial Support (ATPS) wurde in Anlehnung an das für die medizinische Versorgung von Traumapatienten durch das American College of Surgeons erstellte Advanced Trauma Life Support (ATLS) – konzipiert und etabliert ein standardisiertes Vorgehen für die psychosoziale Versorgung von Unfallopfern. ATPS besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil umfasst ein Schulungskonzept für unfallchirurgisch tätige Ärzte mit einem allgemeinen Modul zu Basisfertigkeiten der Arzt-Patienten Kommunikation und einem spezifisch für die Unfallchirurgie konzipierten Modul zur besonderen psychosozialen Situation von unfallchirurgischen Patienten. Letzteres vermittelt dem Arzt die nötige Kompetenz, auf psychosoziale Probleme einzugehen und Patienten mit psychopathologischen Reaktionen bereits während des stationären Aufenthalts zu identifizieren. Die zweite Säule von Advanced Trauma Psychosocial Support (ATPS) besteht darin, diesen auffälligen Patienten eine psychotherapeutische Intervention anzubieten, die spezifisch auf die Symptomatik und Bedürfnisse von traumatisierten Patienten abgestimmt ist. Im Rahmen der Studie soll über einen Zeitraum von 36 Monaten ein Prä-Post Design zur Evaluierung der Wirksamkeit des ATPS realisiert werden. Gemessen wird, ob sich das Kommunikationsverhalten der Unfallchirurgen durch das Training dauerhaft verbessert, welche Einflüsse ein verbessertes Kommunikationsverhalten auf die psychosoziale Versorgung der Patienten hat (Vertrauen in die Ärzte) und ob die Ärzte psychosoziale Diagnosekompetenzen zur Identifizierung auffälliger Patienten erworben haben. Darüber hinaus werden die Effekte der psychotherapeutischen Intervention analysiert und ihre Eignung zur störungsbildspezifischen Therapie von Unfallopfern bewertet.

ATPS ist ein Kooperationsprojekt mit dem Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) der Privaten Universität Witten/Herdecke gGmbH (Projektleiter des IFOM-Studienteils: Prof. Dr. Rolf Lefering.)

Projektleitung
  • Dr. med. Frank Vitinius (Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Uniklinik Köln)
  • Stephanie Tieden (Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Uniklinik Köln)
  • Dr. Oliver Ommen
  • PD Dr. med. Christian Albus (Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Uniklinik Köln)
Operative Projektleitung
  • Dr. med. Frank Vitinius
Projektlaufzeit
  • 2009- 2012
Projektförderung
  • Die Studie wird aus Eigenmitteln des IMVR finanziert
Projektbeschreibung

Mithilfe dieser retrospektiven Studie soll festgestellt werden, ob sich durch eine systematische Analyse von Patientenfragebögen Faktoren identifizieren lassen, die den Erfolg einer stationären psychodynamischen Therapie vorhersagen können. Dies soll dabei helfen, den möglichen Erfolg im Voraus abzuschätzen. Aus den hierbei identifizierten Prädiktoren soll anschließend ein Screeninginstrument entwickelt werden, das eingesetzt werden kann, um den Therapeuten bei der Entscheidung zu unterstützen, ob dem Patienten eine stationäre Therapie angeboten werden sollte oder nicht. Diese Studie dient zur Vorbereitung einer prospektiven Studie auf dem Gebiet der Prädiktoren.

Projektleitung
Projektdurchführung
  • Christoph Kowalski
  • Lena Ansmann
Projektlaufzeit
  • 04/2010 – 03/2012
Projektbeschreibung

Vor dem Hintergrund der Einführung des nordrhein-westfälischen Brustzentrenkonzepts förderte das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS-NRW) zwischen Juli 2006 und Dezember 2008 eine Studie, die es zum Ziel hatte, die Veränderungen in den Strukturen und Prozessen der Brustkrebsversorgung in NRW zu dokumentieren und deren Auswirkungen auf die Behandlungsergebnisse zu untersuchen. Durchgeführt wurde die Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Uniklinik Köln, der Ruhr-Universität Bochum sowie der Universität Düsseldorf mit Unterstützung durch die Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Anschließend an den Abschlussbericht ergeben sich weiterführende Fragen, die allein mit den vorliegenden Daten nicht zu beantworten sind. Um weitere Aussagen bezüglich der Umsetzung von Anforderungskriterien, der Mitarbeiterperspektive und möglicher Zusammenhänge mit der patientenseitig wahrgenommenen Versorgungsqualität zu treffen, wurde mit EBRU II ein Folgeprojekt initiiert, das sowohl eine Nachbefragung der Schlüsselpersonen in den Brustzentren als auch eine Befragung der mit der Versorgung der Patientinnen betrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Gegenstand hat. EBRU II wird vom Gesundheitscampus Nordrhein-Westfalen – Strategiezentrum Gesundheit gefördert. Die erneute Befragung der Brustzentren soll mittelfristige Veränderungen und deren Auswirkungen untersuchen und der Frage nachgehen, inwiefern sich die Implementierung bestimmter Anforderungskriterien dauerhaft in der patientenseitig wahrgenommenen Versorgungsqualität niederschlägt. Es besteht die Möglichkeit, die Daten unmittelbar mit denen der Ersterhebung zu verknüpfen. Die Mitarbeiterbefragung untersucht die Auswirkungen der Konzepteinführung auf die Organisationsabläufe und das Organisationsklima. Die Inhalte der zwei Module zur Untersuchung der mittelfristigen Auswirkungen der Einführung des Brustzentrenkonzeptes auf die Versorgungsqualität und die Organisation sowie das Klima der Einrichtungen sind im Einzelnen:

1. Modul: Nachbefragung der Schlüsselpersonen der Brustzentren (Follow-up der Krankenhausleitung): Der Implementierungsstand des Kriterienkatalogs wurde zweieinhalb Jahre nach Ersterhebung mit einem weitgehend identischen Fragebogen erneut erhoben. Die Befragung fand in der ersten Jahreshälfte in 2010 statt.

2. Modul: Befragung der mit der Versorgung der Patientinnen mit primärem Mammakarzinom betrauten MitarbeiterInnen der Operationsstandorte: Die Befragung der Mitarbeiter erfolgte mittels etablierter und einheitlicher Kennzahlen, die teils Bestandteil des Kölner Mitarbeiterkennzahlenbogens (MIKE) (Pfaff et al. 2004) sind, teils der nationalen und internationalen Forschung entlehnt und teils eigens zum Zwecke der durchgeführten Befragung entwickelt werden. Die Befragung fand in der zweiten Jahreshälfte in 2010 statt.

Projektleitung
Projektdurchführung
  • Anika Nitzsche
  • Julia Jung
  • Birgit Lehner
Projektlaufzeit
  • 10/2007 – 10/2010
Projektbeschreibung

Das dreijährige BMBF-Verbundprojekt „PräKoNeT“ wird unter der Konsortialführerschaft der Core Business Development GmbH zusammen mit dem IMVR der Universität zu Köln und der Universität Duisburg-Essen (Lehrstuhl für Medizin-Management) gemeinsam mit den Valuepartnern: Technikerkrankenkasse, AOK (Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung), BKK BV, verdi-innotec, sowie Unternehmen und Arbeitskreisen und Fachausschüssen des BITKOM e.V. realisiert.

Im Fokus des Projektes steht der Erhalt der Innovations- und Beschäftigungsfähigkeit von Fachkräften der Informationstechnologie- und Kommunikations- (ITK-) Branche über das ganze Arbeitsleben durch Integration einer dieser Wissensarbeit adäquaten Gesundheitsförderung.

Das Gesamtziel des Verbundvorhabens ist es, in einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Akteursallianz eine neue Dimension des präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu entwickeln, einzusetzen und zu fördern, um diese in die Innovationsstrategien der ITK-Unternehmen zu integrieren. Dazu werden im Projektverlauf folgende Teilziele verfolgt:

  • Diagnose der Gesundheitsförderungsreife in über 500 ITK-Unternehmen.
  • Partizipative Entwicklung von innovativen Gestaltungslösungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung durch Personal- und Kompetenzentwicklung.
  • Entwicklung von Instrumenten und Gestaltungsansätzen für präventive Arbeitsprozesse und -abläufe der wissensbasierten Arbeit in ITK-Unternehmen.
  • Implementierung und Gestaltung der entwickelten Konzepte der betrieblichen Gesundheitsförderung in ITK-Modellunternehmen entsprechend der ermittelten Gesundheitsförderungsreife unter Nutzung innovativer Methoden der Wissenskommunikation.
  • Implementierung von ausgewählten Lösungsstrategien zur Bewältigung typischer Stresssituationen in der Wissensarbeit (z.B. Optionsstress) in ITK-Unternehmen durch Explizierung von Erfahrungswissen.
  • Ökonomische Bewertung des dafür erforderlichen Aufwand-Nutzen-Verhältnisses.
  • Qualitative und quantitative Bewertung sowie ökonomische Evaluation (Kosten-Effektivitätsanalyse) der umgesetzten Lösungsstrategien.
  • Prüfung der Übertragbarkeit des Modells auf Projekte der Fokusgruppe im Projektverlauf.
  • Zielorientierter breiter Wissenstransfer der erarbeiten Erkenntnisse und gewonnenen Erfahrungen sowohl zwischen den ITK-Unternehmen, über die Arbeitskreise und Fachausschüsse in den BITKOM e.V., zu den Krankenkassen, den Gewerkschaften, zur Fokusgruppe IT / Wissensökonomie, zu Multiplikatoren (Verbände, IHK, RKW usw.) und in die breite Öffentlichkeit. Das erfolgt sowohl in direkter Wissenskommunikation als auch digital über eine interaktive Internetplattform www.praekonet.de und durch die Nutzung weiterer Medien.
  • Entwicklung einer Unternehmen und Institutionen übergreifenden Akteursallianz über die Bildung von Netzwerken während des gesamten Projektverlaufes. Erarbeitung eines Konzeptes zu deren nachhaltigen Weiterführung.
Projektleitung
Projektberatung
  • Prof. Dr. Klaus Berger (Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Universitätsklinikum Münster)
Operative Projektleitung
Projektdurchführung
Projektlaufzeit
  • 07/2008 – 12/2010
Projektförderung
  • Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
Projektbeschreibung

Als begleitendes Versorgungsforschungsprojekt ist Ziel der Studie, die Umsetzung des Versorgungsvertrages zwischen der Knappschaft-Bahn-See, dem Herner Ärztenetz und dem Marienhospital Herne einerseits im Sinne eines lernbasierten Qualitätsmangements zu begleiten und darüber hinaus das Leistungsgeschehen aus gesundheitsökonomischer sowie aus Patientenperspektive zu analysieren.

Im Fokus steht hierbei die Versorgung von Patientinnen und Patienten, die 75 Jahre alt oder älter sind. Mittels einer intensivierten ambulanten Therapie (IAT) sowie der Entwicklung und Implementierung von sektorenübergreifenden Behandlungspfaden zu ausgewählten Erkrankungen soll eine Behandlung im gewohnten häuslichen Umfeld unterstützt und ermöglicht werden.

Folgende Aspekte des Leistungsgeschehens werden untersucht:

  • Analyse des funktionellen Status der eingeschriebenen PatientInnen sowie der Interventionsansätze anhand der durch STEP gewonnenen Daten
  • Identifikation von Hochrisikogruppen (STEP-Fragebogen)
  • Evaluation von Lebensqualität und Patientenzufriedenheit
  • Evaluation der Akzeptanz aller beteiligten Akteure (Qualitative Inhaltsanalyse)
  • Evaluation der Akzeptanz der Behandlungspfade
  • Gesundheitsökonomische Analyse der Leistungsdaten der Krankenkasse
Projektleitung
Ansprechpartner
  • Dr. Sophie Groß
  • Markus Alich
Projektbeschreibung

Im Rahmen der (Re-)Zertifizierung der Darmkrebszentren nach dem Anforderungskatalog der Deutschen Krebsgesellschaft ist eine jährliche Patientenbefragung vorgeschrieben. Analog zur bundesweiten Befragung der nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) zertifizierten Brustkrebszentren wurde auch den von der DKG zertifizierten Darmkrebszentren im Jahr 2013 erstmals angeboten, an einer einheitlichen Befragung von Patientinnen und Patienten mit einer erstmaligen Darmkrebserkrankung teilzunehmen. Alle Patientinnen und Patienten, die während des aktuellen Krankenhausaufenthaltes wegen Darmkrebs operiert wurden und für die eine gesicherte Diagnose und mindestens eine postoperative Histologie vorliegt, werden in die Befragung eingeschlossen. Die Patientinnen und Patienten werden im Darmkrebszentrum kurz vor der Entlassung gefragt, ob sie bereit sind, an der Befragung teilzunehmen. Die ausgefüllten Einverständniserklärungen der Patientinnen und Patienten werden jeweils am Ende der Woche an das IMVR geschickt. Die Befragung findet in der nächsten Woche postalisch-poststationär statt, d.h. die Patientin/ der Patient bekommt den Fragebogen nach der Entlassung vom IMVR nach Hause geschickt. Die Befragung erfolgt in Anlehnung an die Total Design Methode nach Dillman. Als Befragungsinstrument kommt der Kölner Patientenfragebogen für Darmkrebs (KPF-DK) zum Einsatz. Der darmkrebsspezifische Kölner Patientenfragebogen (KPF-DK) enthält u.a. Module zur Krankenhausorganisation, zur Arzt- bzw. Pflegekraft-Patient-Interaktion, zur Information und zur Zufriedenheit. Die Daten werden anschließend im IMVR eingegeben, qualitätsgesichert und anschließend ausgewertet.

Ziel der Befragung ist es, mittels einheitlichem Fragebogen und Befragungsdesign für Darmkrebszentren miteinander vergleichbare Daten zur patientenseitig wahrgenommenen Versorgungsqualität zu erhalten und so die Gegenüberstellung der Ergebnisse der Häuser untereinander zu ermöglichen. Die Ergebnisse geben Auskunft über die Versorgungsqualität in den Darmkrebszentren und werden zu Benchmarking-Zwecken von den Operations-Standorten genutzt.

Projektleitung
  • Professor Dr. Raymond Voltz, Uniklinik Köln (Zentrum für Palliativmedizin)
Kooperationspartner
Projektlaufzeit
  • 2009 – 2010
Projektförderung
  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 34221263
Projektbeschreibung

Äußert ein Patient mit einer schweren, zum Tode führenden Erkrankung den Wunsch nach einem vorzeitigen Tod, z.B. durch (ärztlich assistierten) Suizid oder durch Tötung auf Verlangen, so muss dies aus palliativmedizinischer Erfahrung nicht ein unveränderlicher Wunsch sein, sondern kann sich im Zeitverlauf u.a. durch therapeutische Maßnahmen ändern. Zudem ist zu beobachten, dass sich dieser Wunsch entwickelt und sich in Intensität, Dauer und Qualität deutlich ändern kann. Ein validiertes Instrument könnte (1) helfen, einen gesteigerten Todeswunsch früher als bisher differenziert zu diagnostizieren, so dass rascher entsprechende Hilfen angeboten werden können sowie (2) als neues Outcome-Kriterium für kontrollierte Effektivitätsstudien therapeutischer Maßnahmen verwendet werden. Im Rahmen des Erstantrags konnten wir zeigen, (1) dass ein Forschungsprojekt an schwer kranken Patienten zum Thema Todeswunsch in Deutschland schwierig aber machbar ist, (2) dass das Konzept „Todeswunsch“ nicht einfach als die Kehrseite des Konzeptes „Lebenswillen“ zu sehen ist, da beide zeitgleich beim gleichen Patienten auftreten können und daher als jeweils eigenständig verstanden werden können und (3) die derzeitige Version des SAHD-D (Schedule of Attitudes towards Hastened Death – Deutsche Version) zwar einsetzbar ist, aber weiterentwickelt werden muss, um zukünftig in Diagnostik (Core Items) und vor allem für Forschungsfragen sinnvoll einsetzbar zu sein. Im Rahmen dieses Fortsetzungsantrags soll daher (1) der SAHD-D modifiziert und (2) die so modifizierte Version abschließend validiert werden.

Projektleitung
Kooperationspartner
  • Dr. Christian Janßen
  • Christoph Kowalski
Projektlaufzeit
  • bis 12/2008
Projektförderung
  • Bertelsmann Stiftung
Projektbeschreibung

Dieses Projekt wird von der Abteilung für medizinische Soziologie in Kooperation mit der Bertelsmann-Stiftung durchgeführt. Ziel des Projekts ist zum einen die Entwicklung von präventionsorientierten, indikationsspezifischen Gesundheitspfaden, um Morbidität zu verringern und die Effektivität und Effizienz der Versorgung hinsichtlich sozialmedizinisch besonders relevanter Krankheiten zu erhöhen.

Zum zweiten geht es um die Frage, wie präventive Maßnahmen in Unternehmen stärker mit präventiven, kurativen und rehabilitativen Maßnahmen am Wohnort vernetzt werden können. Als beteiligte Akteure werden hierbei Betriebsärzte, niedergelassenen Ärzte sowie auch Betriebskrankenkassen, Unternehmen und Mitarbeiter betrachtet. Da es in Deutschland einen Mangel an gezielten Kooperationen zwischen Betriebsmedizinern und niedergelassenen Haus- und Fachärzten gibt, liegt ein besonderer Fokus des Projektes auf der Frage, wie eine Kooperation zwischen diesen beiden Gruppen, die die vorhandenen Kompetenzen bündelt und Synergieeffekte nutzbar macht, bei der Entwicklung und Implementierung von Gesundheitspfaden ausgestaltet werden kann.

Projektleitung
Operative Projektleitung
  • Akademischer Oberrat Dr. med. Oliver Ommen, MPH
Projektdurchführung
  • Dr. Antje Hammer
Projektlaufzeit
  • 09/2007 – 08/2009
Projektförderung
  • Bundesärztekammer
Projektbeschreibung

Die Entwicklung der Krankenhauslandschaft in Deutschland ist durch einen zunehmenden ökonomischen Druck und gleichzeitig von einem zunehmenden Wechsel der Trägerstrukturen geprägt. In den vergangenen Jahren entwickelte sich insbesondere ein Wandel der Trägerschaft von (öffentlichen und freigemeinnützigen) nicht profit-orientierten Trägern hin zu profit-orientierten (privaten) Trägerschaften. Ziel des Projekts ist es, den Zusammenhang zwischen Trägerschaft und Trägerwechsel auf der einen Seite und der Qualität der Krankenversorgung auf der anderen Seite im Detail zu untersuchen. Zusätzlich sollten dabei Auswirkungen auf benachbarte Sektoren (ambulante Versorgungsstrukturen, Rehabilitation insb. Anschlussheilbehandlung) und neue Versorgungsformen (Implementierung integrierter Strukturen) ebenso analysiert werden wie die Auswirkungen von Privatisierungen auf die berufliche Situation der beteiligten Ärzte (physician factor).

Eine Hauptzielgröße bei der Ermittlung der Qualität in der Krankenversorgung stellen dabei Qualitätsindikatoren dar, die auf Routinedaten aufsetzen. Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) wird in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Versorgungsforschung (ZVFK) die Analysen auf der Basis bundesweiter Abrechnungsdaten der AOK-Patienten, zusammen mit Mitgliederbestandsdaten der Versicherten durchführen. Auf diese Weise kann eine Bestandsaufnahme der Qualität der Krankenversorgung in privaten und anderen Krankenhausträgern erfolgen und Veränderungen in der Qualität der Krankenversorgung durch einen Trägerwechsel festgestellt werden. Der Frage, ob sich die berufliche Situation von Ärzten bzw. Pflegepersonal zwischen Kliniken in privater Trägerschaft und Kliniken in nicht privater Trägerschaft unterscheidet, bzw. sich nach einem Trägerwechsel divergent entwickelt, soll auf höherem Aggregationsniveau mit Hilfe von Daten des Statistischen Bundesamtes bzw. der Statistischen Landesämter nachgegangen werden.

Zusätzlich sollen die Auswirkungen der Trägerschaft und des Trägerwechsels auf die berufliche Situation der Ärzte durch eine Befragung an deutschen Kliniken vom ZVFK detailliert erhoben und analysiert werden. Es wird dabei auch der Frage nachgegangen, ob Management und Führung eine vermittelnde Rolle in dem Zusammenspiel von Trägerschaft und beruflicher Situation einnehmen. Der Fokus wird hierbei insbesondere auf das Qualitätsmanagement und die Sicherheitskultur in deutschen Krankenhäusern gelegt.

Die Methode der Krankenhausbefragung setzt auf der Methode der Organisationsbefragung auf. Im Zeitraum von April bis Oktober 2008 fand eine schriftliche Befragung der ärztlichen Direktoren aller deutschen Krankenhäuser mit mindestens Grundversorgung (N=1224) in Anlehnung an die „Total Design – Methode“ nach Dillman statt. Dazu wurden sowohl validierte Skalen (z.B. Sozialkapital im Krankenhaus, Organisationaler Anforderungsindex, Arbeitsintensität der Ärzte) als auch neu konstruierte Indizes zur Erfassung von Management und Führung eingesetzt.

Die Verknüpfung von Erkenntnissen aus routinebasierten Datenbanken mit Angaben aus surveybasierten Erhebungen wird darüber hinaus bisher für Deutschland einzigartige Analysen ermöglichen: Beide Datenbasen werden im Oktober 2008 auf der Krankenhausebene verknüpft und zu einem gemeinsamen Datensatz generiert, der sowohl Routinedaten als auch Befragungsdaten enthält.

Projektleitung
Projektdurchführung
Projektlaufzeit
  • 02/2005 – 12/2007
Projektbeschreibung

Derzeit wird in den Einrichtungen der Behindertenhilfe eine Veränderung der Bewohnerstruktur wahrgenommen: Menschen mit Behinderungen altern aufgrund verbesserter medizinischer Versorgung, umfassender pädagogischer und lebenslang begleitender Angebote weit über das Renteneintrittsalter hinaus. Europäische Nachbarländer – wie die Niederlanden – weisen bereits heute eine deutlich ältere Bewohnerstruktur in den Einrichtungen auf (ein Drittel aller Bewohner sind 60 Jahre und älter). Es ist auch für Deutschland zu erwarten, dass es zu einer weiteren Angleichung und Normalisierung der Lebenserwartung von Menschen mit, ohne oder spät erworbener Behinderung kommt.

Der Brüsseler Kreis reagiert auf die veränderte Soziodemographie der von Behinderung Betroffenen, indem er zwei Modellprojekte im Bereich alternder Menschen mit Behinderungen initiiert. Zu erfassen sind Maßnahmen zur flächendeckenden Umstrukturierung und Maßnahmen zur (alters-) spezifischen Anpassung der Angebotsstruktur im Wohnbereich im Sinne der Bewohner, der Angehörigen und des pädagogischen Betreuungspersonals.

Innerhalb generativer Workshops werden die Mitglieder des Brüsseler Kreis in ihrer Weiterentwicklung und Umsetzung der Modellprojekte vom ZVFK und dem Seminar für Sozialpolitik wissenschaftlich begleitet und koordiniert. Dabei wird sowohl eine methodische Beratung in der Konzeptions- und Analysephase geleistet als auch eine inhaltliche zur Konzeptentwicklung. Endprodukt dieser Studie wird ein Evaluationsbericht der Modellprojekte sein, der Kostenträgern und Politik als Denkanstoß hinsichtlich drängender Fragen der Behindertenhilfe vorgelegt werden soll.

Projektleitung
Ansprechpartnerin
  • Dr. Petra Steffen
Projektbeschreibung

In Deutschland erkranken jährlich über 47.500 Frauen an Brustkrebs. Laut Krebsregister liegt die relative 5-Jahres-Überlebensrate für Brustkrebspatientinnen bei 76 %. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich auf Rang 8 unter 17 Ländern der EURO-CARE-Studie. Im Zeitraum zwischen der EURO-CARE-1- und der EURO-CARE-2-Studie stiegen die Überlebensraten in Europa um 4,5 %, in Deutschland jedoch lediglich um 3,7 %. Die Tatsache, dass „die Mortalität nicht im vergleichbaren Rahmen wie im Ausland gesenkt werden konnte“ erfordert ein gesundheitspolitisches und klinisch-wissenschaftliches Umdenken. Als Bestandteil der im April 2001 begonnenen „Konzertierten Aktion Brustkrebs“ hat das Land NRW u.a. ein Anerkennungsverfahren nach § 16 KHG NRW initiiert, mit dem erstmals im Rahmen einer qualitätsgesteuerten Krankenhausplanung Brustzentren in allen Regionen des Landes etabliert werden sollen. Seit den ersten Anerkennungen im Dezember 2003 sind inzwischen 49 Brustzentren mit derzeit 91 Standorten anerkannt (Stand 25.04.06). Durch Zentralisierung, Spezialisierung, Interdisziplinarität, umfassendes Qualitätsmanagement und fortlaufende Zertifizierung kann – so die Annahme – die Einrichtung von Brustzentren dazu beitragen, die Versorgung der Brustkrebspatientinnen zu verbessern. Das Konzept zur begleitenden Versorgungsforschung im Rahmen der Einführung von Brustzentren (EBRU) setzt an dieser Stelle an. Im Projektverlauf werden zum einen die Veränderungen in den Strukturen und Prozessen der Brustkrebsversorgung in NRW dokumentiert und zum anderen auf ihre Auswirkungen auf die Behandlungsergebnisse untersucht. Das Projekt untergliedert sich grob in zwei Module. In Modul 1 (Federführend und Projektleitung: Prof. Dr. H. Pfaff, Universität zu Köln in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) wird der Implementierungsstand des Brustzentrenkonzeptes evaluiert. Mit den Mitteln der begleitenden Versorgungsforschung werden die einzelnen Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren bei der Entwicklung und Implementierung der Brustzentren herausgearbeitet, um darauf aufbauend praxisbezogene Umsetzungshilfen entwickeln zu können. Mit Hilfe einer Befragung wird zum einen der Stand der Implementierung (Umsetzungsgrad, Probleme) des Brustzentrums aus Sicht der Netzkoordinatoren und Chefärzte untersucht. Zum Anderen wird analysiert, inwieweit der Stand der Implementierung und die Beurteilung des krankenhausärztlichen Versorgungsprozesses aus Sicht der behandelten Patientinnen zusammenhängen. Im zweiten Modul (Projektleitung: Prof. Dr. L. Pientka, Ruhr-Universität Bochum) wird die Effektivität und Effizienz von Behandlungsmethoden durch die Auswertung von bereits vorhandenen Daten im Rahmen einer Sekundärdatenanalyse untersucht. Die ausgewerteten Daten sollen als Grundlage für die Feststellung der Effektivität und Effizienz der einzelnen Behandlungsmethoden und die darauf aufbauende Festlegung eines einheitlichen Behandlungskonzepts im Rahmen einer Experten-Konsensuskonferenz dienen. Im Rahmen der Outcomeforschung sind auf der Basis der vorhandenen klinischen Daten beispielsweise die Behandlungsergebnisse (Surrogatparameter), die (perioperative) Mortalität und Morbidität oder die Verweildauer als Indikatoren der Ergebnisqualität denkbar.

Hintergrund: Die internationale Forschung im Bereich der Arzt-Patient-Beziehung, größtenteils dominiert von „Primary Care“-Studien, belegt, dass die Qualität der Arzt-Patient-Beziehung bedeutenden Einfluss auf (subjektiv wahrgenommene) psychosoziale Outcomes und z. T. auch auf (objektiv messbare) medizinische Parameter hat. Auch im Bereich der Onkologie zeigen immer mehr Studien, dass sich insbesondere das ärztliche Einfühlungsvermögen positiv auf psychosoziale Outcomes bei Krebspatienten auswirkt. Die Erforschung der ärztlichen Empathie und ihr Einfluss auf psychosoziale Outcomes bei (Krebs-)Patienten findet im deutschsprachigen Raum bisher kaum Beachtung und ist auch international wenig erforscht.

Primäres Ziel: Empirische Studie zur Analyse des Zusammenhangs zwischen ärztlicher Empathie und psychosozialen Outcomes wie krebsspezifische Lebensqualität und Depressionen bei Patienten mit Bronchial-, Ösophagus, Kolorektal-, Mamma-, Prostata-, und Hautkarzinom.

Sekundäres Ziel: Psychometrische Evaluation der deutschsprachigen Version des CARE-Instruments (Consultation and Relational Empathy Measure).

Explorative (hypothesengenerierende), fragebogenbasierte Querschnittstudie im retrospektiven Design.

Methode: Es wurde eine Stichprobe von N = 710 Patienten der Uniklinik Köln (UKK) mit den Hauptdiagnosen Bronchial-, Ösophagus, Kolorektal-, Mamma-, Prostata- und Hautkarzinom im Alter von 18 bis 75 Jahren gezogen, die im Zeitraum vom 01.02. 2005 bis zum 31.08. 2005 stationär behandelt wurden.

Die so ausgewählten Patienten wurden am 12. September 2005 postalisch angeschrieben und gebeten, einen beiliegenden Fragenbogen ausgefüllt zurückzusenden.

Bei der Methode der Datenerhebung wurde sich an die klassische „Total Design Method“ (TDM) nach Dillman (1978 und 2000) angelehnt, mit drei Erhebungswellen (vollständig anonymes Erhebungsverfahren). Die Rücklaufquote beträgt 49,5% (N= 326).

Kernmessinstrumente: Messung der unabhängigen (erklärenden) Variable: Deutsche Version der CARE-Skala (Consultation and Relational Empathy Measure)

Messung der abhängigen (zu erklärenden) Variablen: Krebsspezifische Lebensqualität (EORTC QLQ-C30 Version 3.0.), Depression (MDI – Major (ICD-10) Depression Inventory)

Kontrollvariablen: Variablen, die die Bewertung der ärztlichen Empathie und der beschriebenen psychosozialen Outcomes verzerren könnten, wurden kontrolliert und ebenfalls erhoben.

Projektleitung
Operative Projektleitung
Projektlaufzeit
  • 01/2009 bis 06/2009
Träger
  • Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS)
Projektbeschreibung

Gemeinsam mit der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) erarbeitet das ZVFK einen methodischen Standard zur systematischen Einbindung der Patientenperspektive in den Prozess der Entwicklung von Qualitätsindikatoren zur externen Qualitätssicherung. Geplant ist in einem ersten Schritt eine qualitative Exploration der Patientenpräferenzen als paralleler Arbeitsschritt zur Leitlinienrecherche und zur Versorgungsprozessanalyse durch Fachexperten. In einem zweiten Schritt ist eine quantitative Priorisierung der abgeleiteten Indikatoren durch die Patienten vorgesehen.

Veröffentlichungen: Exploration und Priorisierung von Patientenpräferenzen im Rahmen der Entwicklung von Ergebnisqualitätsindikatoren – Rahmenkonzept – Veröffentlichungsreihe des Zentrums für Versorgungsforschung Köln (ZVFK) ISSN 1612-8206

Projektleitung
Operative Projektleitung
  • Akademischer Oberrat Dr. med. Oliver Ommen, MPH
Projektdurchführung
  • Akademischer Oberrat Dr. med. Oliver Ommen, MPH
  • Peter Ihle
Kooperationspartner
  • Dr. Ingrid Schubert, PMV forschungsgruppe
  • Prof. Dr. W. Lehmacher, Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie der Universität zu Köln
Projektlaufzeit
  • 08/2003 – 05/2009
Projektbeschreibung

Hintergrund: Die Versorgung von Patienten mit kardiologischen Erkrankungen mittels invasiver Verfahren erfordert hochspezialisierte Leistungen, die sowohl ambulant als auch stationär erbracht werden können. Für beide Versorgungsarten gibt es spezifische Vor- und Nachteile. Für welchen Patienten die eine oder die andere Versorgungsform die günstigere ist, lässt sich häufig weder im Vorfeld noch in der retrospektiven Betrachtung des Einzelfalles genau festlegen. Ein Modellvertrag nach §63 SGB V zwischen der AOK-Sachsen auf der einen und dem Herzzentrum Dresden GmbH sowie der Praxisklinik Forststraße in Dresden auf der anderen Seite soll die Frage nach den Unterschieden der beiden Versorgungsformen in Bezug auf das Outcome der behandelten Patienten und die damit verbundenen Kosten beantworten. Er dient damit einer Optimierung der Patientenversorgung zwischen den verschiedenen Leistungsbereichen. Diese soll durch eine gezieltere Zuweisung zu der für einen Patienten als günstiger einzuschätzenden Versorgungseinrichtung erreicht werden. Hierzu soll die wissenschaftliche Evaluation des Projektes wesentlich beitragen.

Projektziel: Ziel ist die Evaluation der stationären und der ambulanten kardiologisch-invasiven Versorgungsleistungen der Modellpartner, deren Einfluss auf die Behandlungspfade und die Gesundheitssituation der Patienten sowie die Kosten im Verlauf von zwei Jahren. Hierzu sind folgende Fragen zu beantworten:

  • Wie ist die reale Verteilung der Patientenkollektive für die ausgewählten Modellleistungen auf die teilnehmenden Einrichtungen?
  • Gibt es eine Korrelation der Versorgungsformen zur Folge-Morbidität der Patienten (Komplikationen, Berentung usw.)?
  • Unterscheiden sich die medizinischen Ergebnisqualitäten der Modellleistungen zwischen den Leistungserbringern bzw. den Versorgungsformen?
  • Unterscheiden sich die unmittelbaren Kosten der Versorgungsleistungen nach Versorgungsform?
  • Existieren valide diagnostische bzw. therapeutische Merkmale zur Entscheidung, ob ein Patient mit einer definierten Morbidität und Komorbidität ambulant behandelt werden kann oder einer stationären Behandlung bedarf?

Aufgaben:

  • Überprüfung der zur Zeit über die Bogen der BQS® sowie der lokal entwickelten Zusatz-Bogen hinaus routinemäßig erhobenen Daten und der für die Ermittlung des weiteren Ressourcenverbrauches notwendigen Angaben auf erforderliche Ergänzungen
  • Festlegung der notwendigen Datenströme und der Datenschutzverfahren
  • Durchführung einer qualitativen Struktur- und Prozessanalyse in den Einrichtungen der beiden beteiligten Leistungserbringer
  • Regelmäßige Audits mit stichprobenartiger Überprüfung der DokumentationsqualitätZusammenführen primärer Prozessdaten der erbrachten medizinischen Versorgungsleistung beider Zentren mit sekundären Verlaufsdaten aus den Beständen der AOK Sachsen
  • Statistische Auswertung sowohl der demographischen Parameter und der Risikofaktoren durch deskriptive Analyse als auch der unterschiedlichen Ergebnisparameter unter Verwendung von statistischen Zusammenhangsanalysen
  • Erstellung von Halbjahreszahlen und Jahresberichten
  • Erstellung eines Abschlussberichtes

Projektablauf: Seit Projektstart im August 2003 wurden sieben Workshops in Dresden durchgeführt, die zur Definition der im Modell zu erhebenden Variablen der Primär- und Sekundärdaten zur Abbildung der Patienten-Outcomes sowie zur Planung einer begleitenden, qualitativen Struktur- und Prozessanalyse genutzt wurden. Des Weiteren wurden die erforderlichen Halbjahres- und Jahresberichte auf den Workshops präsentiert. Im Jahr 2004 konnte die Entwicklung der zur Datenerhebung notwendigen Profile sowie der Pretest abgeschlossen werden. Die Erhebung der Primärdaten, welche Anfang des Jahres 2005 begonnen werden konnte, wurde im August 2006 erfolgreich abgeschlossen. Die Einschluss-Phase der in die Evaluation einzubeziehenden Patienten betrug 18 Monate. Seit September 2006 folgt eine ebenfalls 18-monatige Nachbeobachtungs-Phase. Während der Einschluss-Phase wurden keine Ergebnisse der Datenauswertung an die Vertragspartner des Modellprojektes zurückgemeldet, um die Untersuchung nicht durch eventuelle Korrektur-Reaktionen seitens der Leistungserbringer zu beeinflussen.

Leiter der Cologne Smoking Study
  • Prof. Dr. Jürgen Wolf, Centrum für Integrierte Onkologie, Klinik I für Innere Medizin
Leitung des ZVFK-Teilprojekts „Psychosoziale Analyse“
Operative Projektleitung des ZVFK-Teilprojekts
  • Dr. Melanie Neumann
Kooperationspartner
  • Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
  • Deutsches Krebsforschungszentrum
  • ,Universität Bonn
Kooperierende Mitgliedseinrichtungen des ZVFK
  • Prof. Dr. Walter Lehmacher, Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie
Projektlaufzeit
  • 09/2004 – 08/2007
Projektbeschreibung

Lung cancer and myocardial infarction as the most severe side effects of smoking, but also nicotine addiction itself, are multifactorial diseases triggered by a complex interaction of genetic and environmental risk factors. Taking into account the magnitude of the smoking epidemic and in light of the rather limited success rates of previous anti-smoking programs we strongly believe that it is now a necessity to establish interdisciplinary research networks focusing on the development of novel research concepts to control and prevent smoking-related health risks. We, therefore, have established such an interdisciplinary research team to build the VIIRPM and to propose the Cologne Smoking Study – CoSmoS – with the aim to investigate the role of psychosocial/ behavioural and genetic causes for the development of lung cancer and myocardial infarction in smokers. A national team of experts of classical and genetic epidemiology, social sciences, molecular biology, clinical and translational research has come together to attempt to address the interplay of genetic and environmental factors associated with smoking, with a particular emphasis on nicotine addiction and the risk of lung cancer and myocardial infarction.

We expect to identify populations at highest risk for whom to develop specialized preventive programs in the future.

Several meetings between the members of the network demonstrate the active and lively scientific discussion that has been initiated since spring of 2003. A first example for further synergies and added value beyond the CoSmoS study is the integration of the smoking questionnaire developed within CoSmoS into already existing national structures such as KORA (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg) cohort, LUCY (lung cancer in the young) and EPIC (European Prospective Investigation into Nutrition and Cancer). This will allow all three projects to partially use data provided by the other studies and will lead to additional information to become available.

The primary goal of CoSmoS is the identification of smokers with high risk to develop lung cancer and/or myocardial infarction. Therefore, among smokers genetic susceptibility for these diseases and the modifying effects of psychosocial factors will be analyzed. In addition, nicotine addiction itself will be characterized with regard to genetic and psychosocial features (and their interaction). Our vision is to use the information from CoSmoS to develop and test risk-stratified programs to prevent smoking-related diseases, in particular lung cancer and MI. This approach distinguishes CoSmoS from previous approaches, since our aim is not to propose and develop general recommendations, but rather to focus on subpopulations based on risk. Two distinct programs are envisioned: first, a risk-adapted program targeting smoking behaviour of young adults, second, risk-adapted nicotine withdrawal programs for adult smokers. We would predict that in addition to changes in environmental factors genetic information will become part of the risk-stratification. These programs will be tested in prospective studies. The development of these prospective evaluations of individualized risk-stratified anti-smoking programs will be initiated already in year two of CoSmoS. For these prospective studies additional funding will have to be applied for. We have already initiated the search for additional partners from behavioural sciences, psychology, educational sciences, medical ethics and health economics.

Summary of the research plan: The overall goal of CoSmoS is the identification and characterization of smokers with high risk to develop lung cancer (LC) and/ or myocardial infarction (MI) as well as an integrated analysis of genetic susceptibility of nicotine addiction. CoSmoS is designed as a case-control study in the Cologne area to identify a high risk population among smokers. Additionally, an explorative part of the study will focus on characterization of smoking habits and nicotine addiction. The first case group will include 1000 LC patients, the second case group 1000 MI patients. A common hospital-based control group (CO) with 1500 patients with diseases not related to smoking will be established. All individuals recruited into the study (cases and controls) will be interviewed and blood will be drawn both for routine biochemical tests from serum and genotyping assays from blood derived DNA and RNA.

Single nucleotide polymorphism analyses of three groups of candidate genes will be performed; these candidate genes are grouped by their potential association with LC, MI or nicotine addiction (NA). In addition to genomic genotyping, skewed allelic expression of the chosen candidate genes will be analysed and tested for association with the three different phenotypes. This will allow to avoid the problem of multiple allelism and raise the power of the association study considerable. Furthermore, the samples will be available for future whole-genome association studies that may be performed if additional funding becomes available. An integral part of CoSmoS is the use of specialized questionnaires including a detailed life-long smoking history, a detailed description of all attempts to quit smoking and the assessment of additional parameters concerning addictive behaviour and life style parameters such as exercise activities and eating habits, but also patho-psychological aspects including anxiety and depression.

A special feature of CoSmoS is the analysis of the influence of psychosocial parameters on genotype – phenotype interactions (effect modification).

Specific aims: The primary goal of CoSmoS is the investigation of the role of behavioural and genetic causes for lung cancer and/or myocardial infarction in smokers. Furthermore, in an explorative design nicotine addiction will be characterized in current and ex-smokers based on genetic and psychosocial analyses.

Primary questions: Which genetic traits account for the onset of lung cancer and/or myocardial infarction in certain smokers while others are not affected by the disease? Which psychosocial characteristics modify the observed correlations between genotype and disease (effect modification)?

Secondary questions: Which genetic and psychosocial characteristics underly nicotine addiction in smokers (direct and indirect effects)? Which genetic and psychosocial characteristics have an impact on smoking cessation?

1. Focusing on the intention to stop smoking in future

2. Focusing on earlier attempts to quit smoking

 Integration into existing structures and networks: On a national level, the VIIRPM will be networked to three major epidemiological studies, KORA (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg) and LUCY (Lung Cancer in the Young), both directed by Prof. Wichmann (GSF) as well as EPIC (European Prospective Investigation into Nutrition and Cancer), represented by J. Chang-Claude (DFKZ). Collaborations between J. Wolf, J. L. Schultze and the DKFZ (Abteilung Klinische Epidemiologie) have already been established focusing on the characterization of lung cancer specific expression profiles with a predictive potential. In order to optimize genotyping processing an intense collaboration is scheduled with the Zentrum für Funktionelle Genomforschung (University of Cologne) by Prof. Nürnberg.

 The interaction with the Genetic Epidemiological Methods (GEM) Center Bonn of the National Genome Research Network (NGFN) is provided by Prof. Wienker, who is the PI of GEM Bonn. In Cologne, the competence center for clinical trials (Koordinierungszentrum für Klinische Studien Köln, KKSK) is directly linked to the CoSmoS trial by its head Prof. Lehmacher. Similarly, Prof. Pfaff is head of the Zentrum für Versorgungsforschung Köln (ZVFK) in Cologne thus providing profound expertise in recruitment of hospitalbased controls and conduction of interviews. Prof. Wolf and Prof. Schultze are heading the translational research unit MTBTI (Molecular Tumorbiology and Tumorimmunology), located within the Department of Internal Medicine I at the University Hospital. The MTBTI is also linked to the National Genome Research Network by a project within the Cancer Net of the NGFN 2 program, headed by J. L. Schultze.

Projektleitung
Operative Projektleitung
  • Dr. Daniela van Eickels
Projektdurchführung und Ansprechpartner
  • Antje Hammer
  • Sabine Löffert
Teilnehmende Kliniken bzw. Ärzte
  • Prof. Dr. Höpp, Klinik III für Innere Medizin der Universität zu Köln
  • Prof. Dr. Haupt, Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universität zu Köln
  • Dr. Göke, Dreifaltigkeits-Krankenhaus, Wesseling
  • Dr. Witthöft, Eduardus-Krankenhaus, Köln
  • Prof. Dr. Pohl, St. Elisabeth-Krankenhaus, Köln
  • Dr. Leopold / Dr. Beckers, St. Lukas Klinik, Solingen
Projektlaufzeit
  • 10/2004 – 04/2007
Projektbeschreibung

Einleitung: Die Segmentierung der Versorgungskette kann zu erheblichen Problemen bei der medikamentösen Versorgung von Patienten führen. In der Versorgungskette Akutkrankenhaus – Reha-Klinik – Hausarzt – Facharzt treten unter Umständen erhebliche Diskontinuitäten in der Medikation auf. Zum Beispiel können Medikamente abgesetzt oder neu verordnet werden. Es ist jedoch wenig darüber bekannt.

  • wie es zu den Diskontinuitäten der Medikation und der Behandlung insgesamt kommt
  • warum es zu Diskontinuitäten in der Medikation und der Behandlung insgesamt kommt
  • wer eine Veränderung der Medikation und der Behandlung bewirkt

Die fortschreitende Ökonomisierung des Versorgungsprozesses hat zur Folge, dass es zukünftig zu vermehrten Diskontinuitäten in der Medikation und der Behandlung insgesamt kommen wird. Die Einführung der DRGs führt dazu, dass die Krankenhäuser die Medikamentenvergabe steuern müssen und bemüht sind, günstig einzukaufen. Arzneimittelkommissionen innerhalb der Krankenhäuser legen daher bestimmte Medikamente als Pflichtmedikamente fest. Auf Grund der spezifischen „Medikationsphilosophie“ des Hausarztes, aber auch auf Grund von Sparzwängen kann es dazu kommen, dass Hausärzte andere Medikamente bei Hochrisikopatienten verschreiben, als es bspw. die Akutklinik zuvor getan hat.

Darüberhinaus stellte die Ärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung 2002 in ihrem Leitlinien-Clearing-Bericht KHK fest, dass ambulante und stationäre Arzneitherapie von unterschiedlichen Faktoren bestimmt werden; einerseits bestimmen starke Rabattierung in der Klinik, andererseits erhebliche Wirtschaftlichkeitsüberlegungen im niedergelassenen Bereich die Therapieentscheidung (Ärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung, 2002). Motivation und Wissensstand niedergelassener Ärzte sind uneinheitlich (Ayanian, 1995). Zusätzlich kann sich auch die Motivationslage der Patienten nach einem kardialen Ereignis mit der Zeit verändern (Wiles, 1998). Diese Situation kann zu Diskontinuitäten im Medikations- und Behandlungsverlauf führen. Der Versuch, eine Integrierte Versorgung zu etablieren, kann hier zu einer Verbesserung der Kontinuität führen. Ob dies jedoch tatsächlich der Fall sein wird, kann nur empirisch geklärt werden.

Zielsetzung: Die Forschungslage zu individuellen Medikamentierungsverläufen und Verordnungsverhalten bei Akutem Koronarsyndrom sowie Schlaganfall weist erhebliche Defizite auf. Insbesondere das Vorkommen und die Ursachen von Medikamentierungsfehlern, die auf Schnittstellen-Problematiken zurückzuführen sind, sind bislang nicht zum Gegenstand prospektiver und repräsentativer Untersuchungen gemacht worden. Daher sollten in einer prospektiven Pilotstudie folgende Fragen geklärt werden:

  • Wie sehen die Behandlungsverläufe bei Patienten mit Akutem Koronarsyndrom und Schlaganfall unter besonderer Berücksichtigung der transsektoralen Schnittstellenproblematik (Akutkrankenhaus, Rehabilitationsklinik, Facharzt, Hausarzt) aus und lassen sich Diskontinuitäten im Behandlungsverlauf beobachten?
  • Wenn ja, warum gibt es Diskontinuitäten? Welche Faktoren (z.B. statistische Korrelation zwischen Praxisgröße oder Versorgungsregion und Diskontinuität) und welche subjektiven Gründe der Ärzte und/oder der Patienten sind für die Diskontinuitäten bzw. Kontinuitäten der Behandlung verantwortlich?

Methoden: Die Ursachen für den Mangel an Untersuchungen, die die Versorgungskette des Schlaganfalls oder auch des Akuten Koronarsyndroms (ACS) abbilden, sind vor allem auf der Ebene methodischer Schwierigkeiten zu suchen. Zum einen ist es problematisch, verschiedene Datenquellen auf der personenbezogenen Ebene zu koppeln, so dass sich ein individueller Behandlungsverlauf schwer darstellen lässt. Zum anderen ist die Verwendung von Routinedokumentationen oder -daten schwierig, da diese aus unterschiedlichem Bedarf, mit unterschiedlichen Zielsetzungen sowie in unterschiedlichem Umfang entstehen.

Daher ist es vor allem für den Arzneimittelbereich sinnvoll und notwendig, die Behandlungskette und die Schnittstellen der verschiedenen Versorgungsbereiche mittels neuer Methoden abzubilden. Ein Weg zur Bewältigung der genannten Problembereiche ist die Verwendung so genannter Wochenfragebogen. Aus dem Grundgedanken heraus, dass sich die aufgesplitterten Versorgungsbereiche lediglich abbilden lassen, wenn man sich auf den „Pfad“ des Patienten durch die poststationäre Versorgung begibt, erscheint diese Methode sinnvoll und praktikabel. Die Validität der Angaben hat sich bereits in mehreren deutschen und internationalen Studien erwiesen (Becker et al., 2001, Goossens et al., 2000, Hessel et al., 2000, Papke & Janssen 2000, Rösch et al., 2002). Somit sollte diese Methode in der vorliegenden Studie dazu dienen, die derzeitigen Forschungslücken und -defizite zu beheben.

Dazu trugen Schlaganfall- und ACS-Patienten nach einem Aufenthalt im Akutkrankenhaus wöchentlich über einen Zeitraum von sechs Monaten die medikamentöse Therapie, die sie selbst oder der behandelnde Arzt vornahmen, in ihr Medikamenten-Behandlungs-Wochenbuch ein. Bei Änderungen (Um-, Ab- oder Ansetzen von Medikamenten) wurden die Gründe dafür benannt. Zusätzlich wurden der subjektive Gesundheitsstatus und ggf. weitere therapeutische Maßnahmen (je nach Erkrankung OP, Logopädie, Krankengymnastik etc.) erfasst.

Bei jedem Arztbesuch oder weiterem Klinikaufenthalt führte der Patient das Wochenbuch mit sich und ließ jeweils vom behandelnden niedergelassenen – bzw. Klinikarzt entsprechende Arztfragebogen ausfüllen. Darin wurden ebenfalls vorgenommene Veränderungen der Medikation mit den entsprechenden Gründen dafür, der Gesundheitszustand des Patienten aus ärztlicher Sicht und evt. therapeutische Maßnahmen festgehalten.

Auf diese Weise wurde versucht, die poststationäre Versorgung der teilnehmenden Patienten über einen Zeitraum von sechs Monaten lückenlos darzustellen.

Ergebnisse: Die Studienergebnisse zeigten, dass die gewählte Methode des Behandlungswochenbuchs in Bezug auf Patientenbefragungen praktikabel ist und eine gute Datenqualität lieferte. Weiterbehandelnde Ärzte konnten mit dieser Methode jedoch nicht ausreichend zur Mitarbeit motiviert werden.

Die Anzahl der eingenommenen Medikamente pro Patient belief sich über die Gesamtdauer von 24 Wochen bei den ACS-Patienten auf durchschnittlich 6 Medikamente pro Tag und bei den Schlaganfall-Patienten auf durchschnittlich 5 Medikamente pro Tag. Es wurden sehr hohe Versorgungsquoten der ACS-Patienten mit Beta-Blockern (96%), Lipidsenkern (80%) und ACE-Hemmern (64%) an der ersten Schnittstelle (Krankenhausentlassung und Woche 2) festgestellt und kaum Veränderungen im weitern Versorgungsverlauf registriert. Ebenso wurde eine gute medikamentöse Versorgung des arteriellen Hypertonus der Schlaganfall-Patienten vorgefunden, mit einer durchschnittlichen Verschreibungsrate der Calciumkanalblocker zu 11%, ACE-Hemmer zu 43% und Angiotensin II Antagonisten zu 13%.

Die vorgefundenen Versorgungsquoten der Patienten mit leitlinienempfohlenen Medikamenten spiegelten eine gute Aufnahme und Umsetzung der Therapieempfehlungen durch die Ärzte wider. Eine Transferproblematik im Schnittstellenbereich zwischen Akutklinik und weiterbehandelndem Arzt konnte nicht festgestellt werden.