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Master-Verbundstudiengang Versorgungswissenschaft

Seit dem Wintersemester 2015/2016 gibt es den neuen Masterstudiengang Versorgungswissenschaft. Ein Verbundstudiengang der Humanwissenschaftlichen Fakultät und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln in Zusammenarbeit mit der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln.

Flyer mit Informationen zum Verbundstudiengang Versorgungswissenschaft

Zulassungsordnung für den Masterstudiengang Versorgungswissenschaft

Folien zur Informationsveranstaltung zum Master-Verbundstudiengang Versorgungswissenschaft vom 04.09.2017

Die Versorgungswissenschaft ist ein multidisziplinäres Wissenschaftsgebiet, das sich mit den theoretischen und empirischen Grundlagen der Versorgung von Einzelnen und der Bevölkerung im Gesundheits- und Sozialwesen befasst. In ihrem fachübergreifenden Forschungsgebiet beschreibt und erklärt sie die Kranken- und Gesundheitsversorgung in ihren Rahmenbedingungen. Sie evaluiert die Wirksamkeit von Versorgungsstrukturen und -prozessen unter Alltagsbedingungen und trägt bei zur Entwicklung wissenschaftlich fundierter Versorgungskonzepte.

Studieninhalte

Das forschungsorientierte Master-Verbundstudium Versorgungswissenschaft beschäftigt sich fachübergreifend mit zentralen Fragestellungen der Versorgung im Gesundheits- und Sozialwesen. Der Studiengang setzt sich daher aus zwei Komponenten zusammen, dem versorgungs-wissenschaftlichen Pflichtfach und den multidisziplinären Wahlpflichtfächern (Schwerpunktmodule).

Pflichtfach Versorgungswissenschaft: In dem für alle Studierenden obligatorischen Pflichtfach Versorgungswissenschaft werden die theoretischen und methodischen Grundlagen der Versorgungs-wissenschaft vermittelt. Die Lehrinhalte des Pflichtfachs Versorgungswissenschaft zielen auf eine berufliche Forschungstätigkeit im Gesundheits- und Sozialwesen. Sie unterteilen sich daher in:

  • Theoriewissen: Historische und theoretische Grundlagen der Versorgungswissenschaft und -forschung sowie der Gesundheits-, Kranken-, und Pflegeversorgung

  • Methodenwissen: Studiendesign und -planung, qualitative und quantitative Datenerhebung und -auswertung, Studiendurchführung

  • Handlungswissen/professionsspezifische Kompetenzen: Strategische und operative Dimensionen der Versorgungsgestaltung, des Versorgungs- und Projektmanagements, der Implementierung von versorgungsbezogenen Maßnahmen.

Die Ausdifferenzierung und Verteilung der Lehrinhalte erfolgt im Rahmen von fünf Modulen.

Schwerpunktmodule: Im Rahmen der multidisziplinären Schwerpunktmodule werden übergeordnete Aspekte der Versorgung fachspezifisch vertieft. Die multidisziplinäre Ausrichtung verbindet bisher die Fachwissenschaften, Gerontologie, Gesundheitsökonomie, Heilpädagogik, Sozialwissenschaften, Organisationswissenschaft, Medizin sowie epidemiologische, biostatistische und sozialwissenschaftliche Methodenlehre. Aus fachspezifischer Perspektive werden (a) der Versorgungskontext fokussiert (SM 1), (b) Forschungsmethoden vertieft (SM 2) oder (c) die personenbezogene Dienstleistungserbringung (SM 3) thematisiert. Der Studiengang umfasst vier Schwerpunktmodule. Das vierte Schwerpunktmodule (SM 4) ist aus den angebotenen Schwerpunktmodulen (SM 1 – SM 3) frei zu wählen.

  • Kontext fokussierende Schwerpunktmodule (SM 1): In den Kontext fokussierenden Schwerpunktmodulen werden aus Perspektive einer Fachwissenschaft die auf die Versorgung Einfluss nehmenden Kontextfaktoren und  spezifischen Rahmenbedingungen vertieft. Thematisiert werden bisher Belange der Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, der Gesundheitsökonomie, der Gesundheits- und Sozialpolitik, der Organisationswissenschaft, der Personal- und Organisations-entwicklung und des Versorgungsmanagements aus betriebswirtschaftlicher Sicht.

  • Methodische Schwerpunktmodule (SM 2): In den methodischen Schwerpunktmodulen wird wissenschaftliches Methodenwissen vermittelt und vertieft. Im Schwerpunktmodul „Epidemiologie und Statistik“ wird medizinisches Methodenwissen vermittelt, in einem weiteren Schwerpunktmodul werden die „Methoden der Evaluation“ vertieft.

  • Personenbezogene Dienstleitung betreffende Schwerpunktmodule (SM 3): In den die personenbezogene Dienstleitung betreffenden Schwerpunktmodulen werden aus Perspektive einer Fachwissenschaft eine bestimmte Personengruppe und/oder die Erbringung einer personenbezogenen Dienstleistung im Gesundheits-und Sozialwesen vertieft. Thematisiert werden bisher Belange der Allgemeinen Heilpädagogik, der Medizinsoziologie sowie der rehabilitations-wissenschaftlichen Gerontologie. Des Weiteren werden medizinische Grundlagen vermittelt.

Studienaufbau und -abfolge

Im Verlauf des Studiums werden pro Semester ca. 14 - 16 SWS im Rahmen von Kontaktzeiten (Vorlesungen, Seminare) und 30 LP von den Studierenden belegt und studiert. Das Verbundstudium besteht aus dem Pflichtfach Versorgungswissenschaft und den multidisziplinären Schwerpunkt-modulen, bestehend aus einer Kombination von vier fachspezifischen Schwerpunktmodulen.

Die fünf Pflichtmodule des versorgungswissenschaftlichen Pflichtfachs umfassen 42 LP und werden im Laufe der ersten drei Semester studiert. Die Pflichtmodule Versorgungswissenschaft und Methoden der Versorgungsforschung sind als Basismodule (BM 1 und BM 2) konzipiert und werden im ersten Semester studiert. Die Pflichtmodule Versorgungspraxis und Methodenvertiefung, ebenfalls Basismodule (BM 3 und BM 4), werden im zweiten Semester belegt. Nach erfolgreichem Abschluss der vier Basismodule wird im dritten Semester das Aufbaumodul Implementation und Evaluation (AM 1) studiert.

Im Laufe von drei Semestern werden vier fachspezifische Wahlpflichtmodule (à 9LP) studiert. Diese sind als Schwerpunktmodule (SM 1 bis SM 4) konzipiert und fokussieren je einen von drei übergeordneten Aspekten der Versorgungen.

Das Studium ergänzend sollte im ersten Semester (vorlesungsfreie Zeit) ein Praktikum in einer Versorgungsinstitution (EM 1), im dritten Semester ein Forschungspraktikum (EM2) durchgeführt werden.

Die Masterarbeit wird im vierten Semester verfasst und umfasst 30 LP.

 LP-Gesamtuebersicht - Detail

Studien- und Berufsziele, Voraussetzungen

Das übergreifende Ziel des Masterstudiengangs Versorgungswissenschaft ist es, die Versorgungskonzepte als auch die Versorgungsqualität im Gesundheits- und Sozialwesen zu evaluieren, auf der Grundlage evidenzbasierter Erkenntnisse zu gestalten und zu verbessern, um so einer Unter-, Über- oder Fehlversorgung entgegenzuwirken.

Daher erwerben die Absolventinnen und Absolventen des forschungsorientierten Master-Verbund-studiengangs die Fähigkeit, gesellschaftliche, institutionelle und individuelle Versorgungssituationen und -bedarfe unter Alltagsbedingungen wissenschaftlich zu analysieren und in adressatengerechte Versorgungsangebote, -strukturen und -prozesse umzusetzen.

Mögliche Arbeitsfelder sind in forschenden Einrichtungen zu finden. Neben Universitäten, Fachhochschulen und privaten Forschungsinstituten gibt es eine zunehmende Zahl an forschenden Einrichtungen in Hand der Akteure des Gesundheitswesens selbst (z.B. Versicherungsträger, Fach- und Interessensverbände). Zudem bietet die Gesundheitswirtschaft Tätigkeitsfelder beispielsweise in pharmazeutischen Unternehmen oder in Unternehmen der Biomedizintechnik und Medizinprodukte. Auch ist eine Beschäftigung in (semi-) staatlichen Einrichtungen der Gesundheits- und Sozialpolitik (z.B. Ministerien, gemeinsamer Bundesausschuss u.Ä.) erzielbar.

Absolventinnen und Absolventen des Studiums der Versorgungswissenschaft sind qualifiziert in Einrichtungen der Gesundheits- und Sozialwesens Aufgabenfelder in der Forschung, Entwicklung und Organisation von Versorgungskonzepten in leitenden Funktionen auszuüben.

Vor diesem Hintergrund bietet der Master-Verbundstudiengang zum einen jenen Studierenden, welche bereits grundlegende Kompetenzen in einem Studiengang mit späterem beruflichen Bezug zum Gesundheits- und/oder Sozialwesen erworben haben, die Möglichkeit einer forschungsorientierten Spezialisierung. Zum anderen erfahren jene Studierende, welche in einem methodisch orientierten Bachelorstudiengang (z.B. Statistik, Sozialwissenschaften) bereits grundlegende Forschungskompetenzen erlangt haben, eine auf die Belange des Gesundheits- und Sozialwesens anwendungsorientierte Forschungsspezialisierung.

Allgemeine Informationen zum Master-Verbundstudiengang

Bewerbung

Das Bewerbungsverfahren erfolgt über das Masterportal der Humanwissenschaftlichen Fakultät (https://www.hf.uni-koeln.de/33728). Zu den erforderlichen Bewerbungsunterlagen gehören:

  • Tabellarischer Lebenslauf

  • Nachweis der Allgemeinen oder Fachgebundenen Hochschulreife

  • Bachelorzeugnis mit der Abschlussnote

  • Transcript of Records (ToR/Notenspiegel) mit Übersicht aller absolvierten Lehrveranstaltungen, Module etc. und Angabe der ECTS-Leistungspunkte und/oder Semesterwochenstunden

  • ggf. offizielle Notenübersicht des Auslandsstudiums

  • für Bewerber/innen mit einer ausländischen Hochschulzugangsberechtigung (Abitur oder Bachelorabschluss) der Nachweis über die Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift

  • ggf. Bestätigung von Englischkenntnissen mindestens auf Stufe B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (nachgewiesen z.B. durch mind. 5 Jahre Schulenglisch).

 

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