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Aktuelles

Eine Erwerbstätigkeit bietet uns finanzielle Sicherheit, soziale Kontakte, eine feste Zeitstruktur und dient uns als Grundlage für sozialen Status und Identität. Doch gilt das für jede Art der Erwerbstätigkeit? Kann uns Arbeit auch krank machen? Ein neues Forschungsprojekt am IMVR, durchgeführt von Dr. Timo-Kolja Pförtner und gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, beschäftigt sich seit Mitte des Jahres mit der Frage, wie Formen prekärer Beschäftigung mit der subjektiven Gesundheit in Deutschland zusammenhängen. Hierbei stehen vor allem solche Formen der Beschäftigung im Vordergrund, die mit Unsicherheiten und Risiken verbunden sind. Die Zahl der Erwerbstätigen in Normalbeschäftigungsverhältnissen sinkt, während immer mehr Menschen weniger als 20 Stunden in der Woche arbeiten, befristet oder geringfügig beschäftigt sind oder sich in Zeitarbeitsverhältnissen befinden. Geringere Einkommen, unsichere Arbeitsplätze, mangelnde soziale Absicherung und begrenzte Arbeits- und Mitbestimmungsrechte gehen nicht selten mit diesen atypischen Beschäftigungsverhältnissen einher. Doch auch Normalbeschäftigung kann prekär sein, wenn das erzielte Erwerbseinkommen auf Individual- und/oder Haushaltsebene unzureichend ist.

Sorgen um den Arbeitsplatz, die nächste Gehaltsabrechnung und um die soziale Teilhabe - Nationale und internationale Studien weisen darauf hin, dass prekäre Beschäftigungsformen ein höheres Gesundheitsrisiko besitzen und als neue soziale Determinante von Gesundheit wahrgenommen werden sollten. Dennoch ist die Studienlage für Deutschland derzeit noch defizitär. Mit der Ausarbeitung eines umfassenden Modells und der Identifikation von Pfaden und Mechanismen zur Erklärung der Beziehung zwischen Gesundheit und prekärer Beschäftigung trägt das Projekt zu einer Erweiterung des Wissenstands bei. Den Untersuchungen liegen Daten des Sozioökonomischen Panel Deutschlands (SOEP) der Jahre 1984 bis 2014 sowie Daten der BIBB/BAuA Erwerbstätigenbefragung (2011/12) zugrunde. Die Klärung des kausalen Zusammenhangs ist insbesondere für mögliche Interventionen von Relevanz: wenn sich die prekäre Beschäftigung negativ auf die Gesundheit auswirkt, sind Ansätze zur Verbesserung der Beschäftigungs- und Lohnsituation notwendig. Ein Abdriften in die prekäre Beschäftigung aufgrund der gesundheitlichen Lage wirft sozial- und arbeitsrechtliche Fragen auf. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Flexibilisierung am Arbeitsmarkt und einer Verstetigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse ist eine vertiefte Diskussion und Analyse der gesundheitlichen Lage prekär Beschäftigter unabdingbar.

Hier finden sie weitere Informationen zum Projekt „Formen prekärer Beschäftigung und subjektive Gesundheit in Deutschland“

Einblicke in weitere Forschung des IMVR


Veröffentlichungen im 3. Quartal des Jahres 2018:

Kann die Versorgungsforschung zu mehr Transparenz und Rationalität beitragen?


Veröffentlichungen im 2. Quartal des Jahres 2018:

Differences in cost consciousness between physicians and nurses in German neonatal intensive care units.


22.06.2018:

Aktuelle Vorträge von Prof. Dr. Holger Pfaff:

  • Prävention und Gesundheitsförderung in der modernen Arbeitswelt

  • Infektionskontrolle im Krankenhaus aus Sicht der Versorgungsforschung

  • Digitalisierung von Arbeits- und Gesundheitsversorgung

     


 

29.05.2018:

Deutsche Ärzteblatt: Innovationsfonds - Erste Bilanz der Projekte für die Zukunft.