Deutsch Englisch   
 

MamBo – Multimorbide Menschen in der ambulanten Betreuung: Patientenzentriertes, Bedarfsorientiertes Versorgungsmanagement

Wissenschaftliche Projektleitung:

Prof. Dr. Holger Pfaff

Dr. Ute Karbach

Operative Projektleitung:

Ibrahim Demirer

Projektmitarbeiter:

N.N.

Kooperationspartner:

Pronova BKK

Regionales Gesundheitsnetz Leverkusen (RGL)

Organisationsberatung (N.N.)

Institut für angewandte Gesundheitsforschung Berlin GmbH (InGef)

 

Projektlaufzeit:

07/2017 - 06/2020

Projektförderung:

Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Kurzbeschreibung:

Eine adäquate und effiziente Behandlung von PatientInnen, die sich in einer komplexen – multimorbiden – Krankheitssituation befinden, verlangt nach einer gut strukturierten, informierten und indikationsübergreifenden Behandlung. Krankheitsspezifische Versorgungsstrukturen können nicht für jede Krankheit vorgehalten werden. Im MamBo-Projekt wird daher eine krankheitsübergreifende Metastrategie verfolgt und die dafür notwendigen Strukturen werden etabliert.

Für die indikationsübergreifende Kollektivversorgung sollen Public-Health- und Individualziele gleichermaßen fokussiert werden. Es werden Rahmenbedingungen geschaffen, die es ermöglichen, dass patientenrelevante und sektorenumfassende Informationen den Behandelnden Mediziner erreichen. Dieser wird dadurch entlastet, dass patientennahe sowie koordinative Aufgaben praxisübergreifend delegiert werden.

Die für diese Versorgungsinnovation notwendige Struktur besteht aus einem Bedarfsmanagement auf Seiten des Kostenträgers, einem Versorgungsmanagement seitens des beteiligten Arztnetzes und aus kontinuierlichen Verbesserungsprozessen, die im Rahmen regelmäßiger Sitzungen von Prozessbeteiligten thematisiert werden.

Ziel des Projektes ist zum einen, in einer begleitenden formativen Evaluation förderliche und hemmende Faktoren in der Implementierung dieser Versorgungsinnovation zu identifizieren. Zum anderen werden im Rahmen einer summativen Evaluation  Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität multiperspektivisch untersucht. So wird geprüft,  ob die Versorgungsqualität und Versorgungseffizienz in der Region Leverkusen durch die MamBo-Struktur verändert, und wie sich die Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen entwickelt.

Im Rahmen der formativen Evaluation werden jährlich stattfindende Fokusgruppen und Einzelinterviews mit Prozessbeteiligten geführt, aufgezeichnet, transkribiert,  inhaltsanalytisch ausgewertet und im Rahmen von Ergebnisworkshops zurückgespiegelt.

In der summativen Evaluation werden verschiedene primäre und sekundäre Datenquellen verwendet. Postalische Befragungen von PatientInnen, ÄrztInnen und Praxismitarbeitenden zu zwei Zeitpunkten ermöglicht einen Prä-Post-Vergleich. Die BKK-Sekundärdaten (Routinedaten) der MamBo-Population werden zu verschiedenen Leistungsbereichen  in einem quasiexperimentellen Design denen einer Vergleichspopulation gegenübergestellt. Die Vergleichspopulation wird nach der Methode Propensity Score Matching gebildet. Zudem werden Sekundärdaten aus der Dokumentation des Arztnetzes im Rahmen der summativen Evaluation analysiert.